
Wir hatten die Aktie des schwedischen Modekonzerns bereits Anfang April in Ausgabe 12/2019 bei EUR 14.60 zum „spek. Kauf“ empfohlen und dabei auf den sich abzeichnenden erfolgreichen Turnaround verwiesen. Damals hatte Hennes & Mauritz (H&M) starke Umsatzzahlen für das Auftaktsquartal 2018/19 präsentiert, wobei Umstellungen im Logistiksystem und der Online-Handel das Wachstum antrieben. Im nun abgeschlossenen zweiten Quartal konnten die Schweden den Aufwärtstrend bestätigen. Die Erlöse stiegen abermals um 11% auf gut SEK 57.5 Milliarden (EUR 5.5 Milliarden). Damit kletterteb die Erlöse in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres gesamthaft um 11% auf SEK 108.48 Milliarden. Und der Auftakt ins Sommergeschäft verlief für den Konzern vielversprechend, wie CEO Karl-Johann Persson durchblicken liess. Demnach sei der Umsatz im Juni um satte 12% gestiegen. Positiv ist dabei nicht nur, dass H&M den Umsatz steigern kann, sondern dass es dem Unternehmen wieder gelingt, Mode verstärkt zum regulären Preis zu verkaufen und die Anzahl der Rabattaktionen zu senken. H&M erwartet, dass die Kosten für Rabattaktionen im dritten Quartal weiter sinken werden. Während sich bei der Umsatzentwicklung die Neuausrichtung des Modehändlers bereits voll auszahlt, bleibt der nachhaltige Turnaround auf Ebene des Gewinns noch aus. Zwar hat sich die Gewinnerosion insgesamt verlangsamt. Aber auch im zweiten Quartal 2018/19 sank der Vorsteuergewinn von gut SEK 6 Milliarden im Vorjahr auf aktuell SEK 5.9 Milliarden. Auch der Nachsteuergewinn gab von SEK 4.64 Milliarden im Vorjahr auf SEK 4.57 Milliarden leicht nach. Die Konsensprognose für den Nachsteuergewinn lag einen Hauch über dem ausgewiesenen Betrag, was von den Marktteilnehmern und Analysten jedoch mit Wohlwollen aufgenommen wurde. Es zeichnet sich damit ab, dass H&M mit seiner neuen Online-Plattform und dem neuen Logistik-System auf dem richtigen Weg ist. Es braucht jedoch noch ein wenig Zeit, bis die Massnahmen ihre volle Effizienz entfalten können. Positiv werten wir zugleich, dass H&M die Anzahl stationärer Shops in diesem Jahr nur noch um 130 erhöhen will – 45 weniger als bisher geplant waren. Die dadurch freiwerdenden Mittel sollen für den weiteren Ausbau des Digitalgeschäfts genutzt werden, in welchem nach wie vor unausgeschöpftes Potenzial schlummert. Denn H&M bietet derzeit nur in 48 Ländern einen eigenen Online-Shop an, während Wettbewerber wie die spanische Inditex ihre Mode quasi in der gesamten Online-Welt anbieten.
Konklusion:
Die Chance, dass H&M den Turnaround schafft, ist nochmals deutlich gestiegen. Wir empfehlen, das sich aufhellende Umfeld zu nutzen und die Aktie zu kaufen.