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Jahr 2022

Hensoldt

Die ehemalige Airbus-Radarsparte, die heute unter dem Namen Hensoldt firmiert, hat vor wenigen Tagen den Gang aufs Börsenparkett gewagt. Der Auftakt war durchwachsen. Das Unternehmen teilte 38.3 Millionen Aktien zu je EUR 12.00 Euro zu. Damit bewegte sich die Aktie bereits am unteren Ende der Preisspanne, die bis EUR 16.00 Euro reichte. Auch der erste Handelstag verlief enttäuschend. Der Titel eröffnete den Handel genau auf Höhe des Ausgabepreises und gab im Verlauf des Tages sogar bis auf EUR 10.57 nach. Dabei leben Rüstungskonzerne wie Hensoldt in goldenen Zeiten. Weltweit rüsten die Länder auf, in vielen Ländern steigen die Haushaltsposten für das Militär kontinuierlich. Die Mitglieder der Nato haben sich beispielsweise vor Jahren dazu verpflichtet, die Rüstungsausgaben auf 2% des jeweiligen Länder-BIP zu erhöhen. Ein Wert, den per Ende 2018 nur eine Handvoll Staaten erreichte. Deutschland weist aktuell gerade 1.58% aus. Es besteht also Nachholbedarf, von dem auch Hensoldt profitieren dürfte. Denn die deutsche Bundeswehr ist mit einem Umsatzanteil von 43% der grösste Kunde des Unternehmens. Der aktuell wohl wichtigste Grossauftrag ist die Modernisierung des Radars der deutschen und spanischen Eurofighter-Flotte, der dem Unternehmen EUR 1.4 Milliarden bringen soll. Hensoldt stellt u.a. Radarsysteme und Drohnen her, optische Systeme für Panzer, für die Marine hat Hensoldt Periskope im Angebot. Hinzu kommen „Lösungen für den steigenden Bedarf, zivile Einrichtungen und kritische Infrastruktur zu schützen“. Als Beispiele nennt Hensoldt den Schutz von Grenzen, Flughäfen oder die Energieversorgung. Der Bereich der Rüstungselektronik dürfte in den Jahren bis 2024 schätzungsweise um gut 6% jährlich wachsen. Eine Wachstumsprognose, die zumindest bei Hensoldt greift. Im ersten Halbjahr 2020 wuchs der Umsatz um 6% auf EUR 440 Millionen. Auf Jahressicht dürfte das Erlös-Niveau von EUR 1.1 Milliarden, welches Hensoldt vergangenes Jahr erreichte, leicht übertroffen werden. Für 2021 peilt das Unternehmen dann schon einen Umsatz von EUR 1.4 Milliarden bis EUR 1.6 Milliarden an. Der Börsengang hat Hensoldt gut EUR 460 Millionen in die Kassen gespült. EUR 300 Millionen sollen davon in die Schuldentilgung fliessen, der Rest geht an den Eigentümer KKR, einem amerikanischen Finanzinvestor, der die ehemalige Airbus Radarsparte im Jahr 2017 übernommen hatte. Eine Besonderheit sollten interessierte Anleger jedoch wissen. Um die deutschen Sicherheitsinteressen zu wahren, hat sich die deutsche Bundesregierung bereits beim Verkauf der Sparte an KKR eine Option gesichert, mit bis zu 25.1%, der Sperrminorität, bei Hensoldt einsteigen zu können, um den strategischen Einfluss auf den Hersteller von Sensoren, Radarsystemen und Systemen für die elektronische Kampfführung zu sichern.

Konklusion:
Hensoldt erscheint uns attraktiv. Anleger, welche keine ethischen Bedenken bezüglich Rüstungsinvestments haben, können sich einige Papier von Hensoldt ins Depot legen.