Rohstoffpreise sind in der Breite auf Steigflug
In den vergangenen Jahren haben Investoren Rohstoffe nur mit der Kneifzange aufgegriffen – denn Verluste mit den Investments galten als quasi sicher. Seit einigen Monaten hat der Wind an den internationalen Rohstoffmärkten jedoch gedreht. Die Preise für Rohmaterialien stiegen in der Breite massiv an. Im Fokus des Preisauftriebs standen in den letzten Monaten vor allem Gold und Silber – die Klassiker unter den Rohstoffinvestments. Der Goldpreis hat seit dem Jahreswechsel um fast 20% zugelegt, beim Silber beträgt das Plus sogar stolze 25%. Doch auch Industriemetalle wie Platin, Aluminium oder Zink sind in den vergangenen Monaten kräftig gestiegen. Der Platinpreis liegt gegenwärtig gut 11% über dem Stand seit dem Jahreswechsel, bei Aluminium beträgt das Plus ebenfalls 11% und bei Zink sogar 15%. Auch bei den Agrarrohstoffen, die wir aus ethischen Gründen nicht bewerten und uns deswegen auch gegen Investments in diesem Bereich aussprechen, haben infolge der Wetterkapriolen (El Nino-Effekt und u.a. die Stark-Regenfälle in Europa und Brasilien) massiv zugelegt. Auf dem europäischen Zuckermarkt fürchten einige Marktbeobachter bereits Versorgungsengpässe. Der Zuckerpreis hat jüngst mit USD 0.194 pro Pfund den höchsten Stand seit Herbst 2013 erklommen. Infolge des knappen Angebots rechnen Marktbeobachter damit, dass die Nachfrage das Angebot in der Saison 2016/17 um bis zu fünf Millionen Tonnen überschreiten könnte. Seit Jahresbeginn ist der Goldman Sachs Commodity Index um gut 21% gestiegen, der Dow Jones Rohstoffindex um rund 19% und der Bloomberg Rohstoffindex um fast 12%.
Kurzfristige Blase oder nachhaltige Hausse?
Grundsätzlich schliessen wir Preisrückgänge im Rohstoffbereich infolge schwacher Konjunkturdaten aus China nicht aus. Mittel- bis langfristig könnte der jüngste Preisauftrieb jedoch der Startschuss für eine länger anhaltende Haussephase sein. Den Grund orten wir in den deutlichen Investitionsrückgängen von Seiten der Unternehmen. Diese haben ihre Investitionen allein im vergangenen Jahr um 10% reduziert; auch für dieses Jahr rechnen wir mit deutlichen Investitionsrückgängen in Höhe von 5% bis 10%. Zugleich trifft die Produktionsdrosselung auf eine vergleichsweise stabile Nachfrage, womit die Basis für eine neue Hausse gelegt ist. Gegenwärtig sehen wir bei Zink und Nickel das grösste Aufwärtspotenzial – denn bei beiden Basismetallen hat sich der einstige Angebotsüberhang ins Gegenteil verkehrt. Derzeit ist die Nachfrage deutlich höher als das Angebot. Wir stufen den Sektor neu auf übergewichten hoch und empfehlen, Aktien aus dem Rohstoffsektor (Öl, Bergbau, Agrarrohstoffe) zu kaufen.
Konklusion:
Anleger sollten ihre Investments im Rohstoffsektor erhöhen. Neben Aktien aus dem Ölsektor empfehlen wir auch, Titel aus dem Bereich des Bergbaus und des Agrarsektors zu kaufen.