
Zwar gelten die Motorräder von Harley Davidson noch immer als Kultobjekt. Nur findet der Konzern immer weniger Käufer. So sanken die Verkaufszahlen im ersten Halbjahr 2017 um 6%, der Umsatz brach um 10% auf USD 3.4 Milliarden und der Gewinn um 16% auf USD 445 Millionen ein. Dabei sollten die Verkaufszahlen allein schon wegen der im Frühjahr beginnenden Motorradsaison eigentlich anziehen. Das Unternehmen führt den Rückgang auf die älter werdende Stammkundschaft und die wachsende Konkurrenz aus Europa und Japan zurück. Zudem kaufen Konsumenten lieber deutlich günstigere Gebraucht-Harleys. Eine Entwicklung, die unseres Erachtens auch den amerikanischen Automobilmarkt treffen wird. Harley will mit einer Modelloffensive in der zweiten Jahreshälfte wieder Wachstum generieren. Ob dies gelingt, ist unserer Meinung nach zumindest fraglich. Zwar werden die neuen Harleys ihre Käufer finden – Harley Davidson kann noch immer auf eine grosse Fangemeinde blicken. Wir zweifeln aber daran, dass Harley seinen Marktanteil ausbauen kann. Denn Harleys entsprechen nicht mehr dem Zeitgeist. Vor allem jüngere Konsumenten tendieren eher zu schlankeren, wendigen, aber dennoch stark motorisierten Maschinen oder zu den vor allem in Europa gefragten Retro-Bikes. Zudem sind die Europäer und Japaner den Amerikanern punkto Motorentechnik noch immer meilenweit voraus.
Konklusion:
Wir zweifeln daran, dass die Modelloffensive im 2. Halbjahr 2017 die Wende bringt – trotz der treuen Fangemeinde. Harley baut Maschinen, die unseres Erachtens nicht mehr dem Zeitgeist entsprechen.