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Harley-Davidson

Die Coronakrise könnte sich für den angeschlagenen amerikanischen Motorradhersteller Harley-Davidson langfristig als Glücksfall erweisen. Denn die Gesundheitskrise hat dazu geführt, dass Motorräder ein regelrechtes Revival feiern. Allein in der Schweiz stiegen die Zulassungszahlen im bisherigen Jahresverlauf (bis Ende Oktober) stetig an. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zulassungen um 16.5% gestiegen. Auch in Europa ziehen die Zulassungen nach dem Ende des ersten Lockdown kräftig an. Auch die Zahlen des amerikanischen Traditionskonzerns für das dritte Quartal waren ermutigend. Harley-Davidson konnte das beste Quartals-Nettoergebnis seit dem Jahr 2015 ausweisen. Der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um 39% auf USD 120 Millionen. Der Umsatz sank allerdings um 8%. Es ist offensichtlich, dass das Straffungskonzept des neuen Harley-Chefs Jochen Zeitz aufgeht. Harley-Davidson will sich aus 39 Märkten zurückziehen und sich künftig auf Nordamerika, Europa und Asien konzentrieren. Zudem räumt Zeitz die zeitweise überbordende Produktpalette auf – weniger ist mehr. Und der Traditionskonzern widmet sich endlich der Zukunft – mit dem Modell „Livewire“ hat Harley-Davidson mittlerweile sein erstes elektrisches Motorrad auf den Markt gebracht – mit viel Lob. Es könnte der Startschuss für eine langfristig sehr ansprechende Wachstumsgeschichte sein. Denn noch ist der Markt für E-Zweiräder, abseits der klassischen E-Bikes, klein. Im vergangenen Jahr betrug das Marktvolumen für elektrische Motorräder und Scooter gerade einmal USD 30 Milliarden – dies entspricht gut einem Siebtel des Jahresumsatzes von Volkswagen. Doch der Markt wächst linear um gut 4% pro Jahr. Ab Mitte des Jahreszehntes könnte jedoch ein Boom einsetzen. Viele Marktbeobachter rechnen damit, dass die durchaus sehr hohen Preise für E-Motorräder binnen zehn Jahren auf das Niveau für Verbrenner-Motorräder sinken. Zudem sollte die Reichweite durch eine verbesserte Batterietechnologie noch deutlich steigen. Vor allem könnte Harley-Davidson mit der Livewire aber eines seiner Hauptprobleme meistern – die alternde Kundschaft. Denn mit Livewire trifft der Konzern den Geschmack der Jugend. CEO Zeitz bietet sich die einmalige Chance, das verstaubte „Easy Rider“-Image abzustreifen und dem Konzern ein modernes Lifestyle-Image zu verpassen. Sollte dies gelingen, könnte HD langfristig zu den Gewinnern am Elektromarkt gehören.

Konklusion:
Die Strategieanpassungen von CEO Jochen Zeitz scheinen aufzugehen und mit dem Elektro-Modell Livewire schlägt Harley die Brücke in die Zukunft. Risikofreudige Anleger greifen zu!