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Jahr 2022

Gold

Der durch das neuartige Coronavirus verursachte massive Crash an den Aktienmärkten rund um den Globus scheint nun auch Gold infiziert zu haben. Im Zuge der jüngsten Marktverwerfungen konnte auch Gold seinem Ruf als „sicherer Hafen“ nur bedingt gerecht werden. Zwar waren die Verluste im Vergleich zu jenen am Aktienmarkt gering – aber es waren eben doch Verluste. Als am vergangenen Donnerstag die Aktienmärkte in Asien, Europa und den USA zeitweise zweistellige prozentuale Verluste verbuchen mussten, ging auch der Goldpreis um zeitweise rund 4% in die Knie. Droht der 2020er Aktienmarkt-Crash nun eine ähnliche Entwicklung am Goldmarkt auszulösen, wie in der Finanzkrise vor mehr als 10 Jahren? Damals war der Goldpreis entgegen seinem Ruf als sicherer Hafen, welcher von Investoren vor allem in unsicheren Zeiten angesteuert wird, zeitweise um satte 20% gefallen. Wir sehen durchaus Parallelen, die eine solche Sichtweise stärken. Wie 2008 wird im Moment alles liquidiert, was liquidiert werden kann – unabhängig davon, ob das Unternehmen oder die Branche überhaupt von der Coronakrise betroffen ist. „Cash is king“ und zahlreiche Anleger dürften angesichts der massiven Verwerfungen ihre Gewinne am Goldmarkt realisiert haben, um ihr Kapital in Cash zu halten. Darüber hinaus dürfte es bei zahlreichen Profianlegern und ihren spekulativen Wetten angesichts der Verwerfungen zu vermehrten „Margin Calls“, also einer Erhöhung der Sicherheitsleistung, gekommen sein, mit denen die Wetten gegenüber dem Wettpartner (Broker, Bank) abgesichert werden. Diese dürften ihre Goldposition aufgelöst haben, um den Margin Call zu leisten. Solange also die Liquiditätspanik anhält, so lange dürfte der Goldpreis unter Druck bleiben. Dies dürfte aber nur einen Teil der Goldpreisabgaben erklären. Wir vermuten zudem, dass die Goldnachfrage aufgrund der Krise massiv sinkt. China und Indien sind vor allem als Schmucknachfrager bedeutende Player. Auch von Seiten der Notenbanken war die Goldnachfrage zuletzt eher sinkend. Auf kurze bis mittlere Sicht droht u.E. tatsächlich ein ähnliches Szenario wie 2008. Allerdings sollten Investoren dabei eines nicht vergessen: Tiefe Renditen auf Staatspapieren gelten gemeinhin als Support für den Goldpreis. In den USA sind die Renditen nach Abzug der Inflationsrate bereits negativ und auch der Nominalzins nähert sich der Flatline!

Konklusion:
Investierte Anleger halten an ihren Goldpositionen fest. Sollte der Preisdruck kurzfristig anhalten, dürften sich sogar neue Einstiegslevels eröffnen. Kurzfristig flop, langfristig top!