
Das jüngst vorgelegte Trading-Update des Riech- und Aromenherstellers Givaudan für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres hat an der Börse gemischte Gefühle hervorgerufen. Das Umsatzplus – ohne Währungs- und Portfolioeinflüsse – lag mit 3.7% auf CHF 4.79 Milliarden am unteren Ende der Erwartungen. Die starke Aktienkursentwicklung in den vergangenen Monaten hat ein leicht dynamischeres Wachstum impliziert. Denn mit einem Plus von mehr als 31% seit dem Jahreswechsel 2019/20 gehört die Aktie zu den grossen Gewinnern im SMI. Gegenwärtig weist nur Lonza eine noch bessere Performance auf (+57%). Dennoch erscheint uns das Wachstum angesichts des schwierigen Geschäftsumfeldes durchaus beachtlich. Zumal das angestrebte jährliche Wachstum im auslaufenden Strategiezyklus von 4% bis 5% weiter in Reichweite liegt. Bei einem halbwegs normal verlaufenden Weihnachtsgeschäft dürfte Givaudan die Marke von 4% erreichen. Insgesamt erweisen sich die verschiedenen Geschäftsfelder des Aromenherstellers als konjunkturresistent. Lediglich die Luxusparfümerie sowie der Bereich Food Services stehen auch nach dem Ende des Lockdown weiter unter Druck. Die beiden Felder machen summiert gut 15% des Gesamtumsatzes aus. Zugleich liess Givaudan durchblicken, dass sich im Luxusparfümeriegeschäft eine verbesserte Entwicklung anbahne. Aber die Pandemie hat auch positive Effekte auf den Geschäftsverlauf. So registriert Givaudan eine erhöhte Nachfrage nach Duftstoffen für Hygieneprodukte sowie nach Aromen unter anderem für verpackte Lebensmittel und für Snacks. Massiv waren hingegen die negativen Währungseffekte. Sie haben in Q3 gut 8 Prozentpunkte Wachstum gekostet, in den ersten neun Monaten 6.8%. Hinweise auf die Ergebnisentwicklung gab Givaudan beim Trading-Update nicht. Wir gehen jedoch davon aus, dass es dem Unternehmen gelungen ist, die positive Margenentwicklung des ersten Halbjahres auch zu Beginn der zweiten Jahreshälfte fortzusetzen. Denn Fortschritte bei zugekauften Unternehmen, der Stabilisierung der Rohmaterialpreise, Effizienzgewinnen und Einsparungen, welche das erste Halbjahr prägten, dürften auch im zweiten Semester die Margen positiv beeinflussen.
Konklusion:
Die Aktie des Riech- und Aromenherstellers erweist sich als sicherer Hafen in sehr unsicheren Zeiten. Da spielen Aktienbewertungen u.E. nur eine untergeordnete Rolle.