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Jahr 2022

Gilead Sciences – Halten

Der Pharmakonzern hat mit seinen jüngst vorgelegten Quartalszahlen enttäuscht. Vor allem das sich abschwächende Geschäft mit den wichtigen Hepatitis-C Medikamenten stiess dabei besonders bitter auf. Mit dem Verkauf der HepC-Medikamente Harvoni und Sovaldi konnte Gilead Sciences nur noch USD 4.0 Milliarden umsetzen. In der vergleichbaren Vorjahresperiode lag der Medikamentenumsatz noch bei USD 4.9 Milliarden. Für einen – von den Märkten wenig wahrgenommenen – Lichtblick sorgte hingegen das Geschäft mit den HIV-Medikamenten Genvoya, Descovy und Odefsey. Der Umsatz mit diesen Präparaten stieg um 18% auf USD 3.1 Milliarden. In der Summe konnte das bessere HIV-Medikamentengeschäft die Schwäche mit HepC-Medikamenten jedoch nicht kompensieren. Der Gesamtumsatz im zweiten Quartal 2016 sank im Vergleich zur Vorjahresperiode um knapp 5% auf USD 7.8 Milliarden. Der Nettogewinn in Q2 lag nach USD 4.5 Milliarden im Vorjahr nun bei USD 3.5 Milliarden, was im Rahmen der Erwartungen lag. Der Gewinn pro Aktie belief sich auf USD 3.08, was sogar leicht über der Konsensschätzung der Analysten lag. Angesichts des sich abschwächenden Wachstums und des Margendrucks musste Gilead Sciences zudem seine Jahresprognosen für das Gesamtjahr nach unten revidieren. Für das Gesamtjahr rechnet der Pharmakonzern nur noch mit einem Umsatz von USD 29.5 Milliarden bis USD 30 Milliarden. Darüber hinaus nimmt die Visibiltät im HepC-Geschäft ab – wir gehen jedoch davon aus, dass sich die Umsätze auch 2017 weiter abschwächen werden, während das HIV-Medikamentengeschäft weiter wachsen sollte – allerdings mit abnehmender Dynamik. Entsprechend gehen wir davon aus, dass der Konzern im kommenden Jahr mit weiteren Gewinneinbussen rechnen muss. Zumal die vorgelegten Zahlen zeigten, dass Gilead punkto Rentabilität erste Rückschläge erlitten hat. Wir gehen davon aus, dass die Bruttomarge im Gesamtjahr wegen eines niedrigeren Umsatzes pro Patient in den USA und geringeren Nettopreisen in Europa unter Druck geraten werden. Auf Stufe Ebit rechnen wir für 2017 mit einem Rückgang von gut 3%, nach einem Minus von fast 12% im laufenden Jahr. Aus unserer Sicht sind die eher trüben Aussichten nun aber mehr als ausreichend im Aktienkurs eingepreist. Das KGV 2016 beläuft sich auf 6.8 und das KGV 2017 ebenfalls auf 6.8 – damit wird der Titel mit einem deutlichen Abschlag gegenüber den Peers bewertet. Das weitere Abwärtspotenzial erscheint angesichts der schlechten Kursperformance insgesamt sehr begrenzt zu sein. Auch wenn der Margendruck hoch ist, erscheint uns die Aktie angesichts der tiefen Bewertung mittlerweile sehr attraktiv. Derzeit fehlt es an einem Trigger, der das Upside initiieren könnte – ein aussichtsreicher Deal oder mehr Klarheit hinsichtlich der Produktpipeline, könnte entsprechend zu einer ansprechenden Kursrallye führen.
Konklusion:
Investierte Anleger sollten den Titel halten. Angesichts der sehr tiefen Bewertung können jedoch auch Neu-Investments ins Auge genommen werden. Das Upside ist gross.