
Der Modekonzern Gerry Weber steckt weiter tief in der Krise. Im ersten Semester des Geschäftsjahres 2017/18 (per Ende April) sank der Umsatz um mehr als 5% auf EUR 404.7 Millionen. Das operative Ergebnis auf Stufe Ebit brach um fast 47% auf EUR 3.2 Millionen ein. Aufgrund der schwachen Entwicklung im ersten Halbjahr sind die ursprünglichen Ziele für das laufende Geschäftsjahr nicht mehr zu erreichen. Beim Umsatz rechnet Gerry Weber nur noch mit EUR 830 Millionen bis EUR 840 Millionen. Zuvor hatte der Modekonzern EUR 870 Millionen bis EUR 890 Millionen angepeilt. Zudem kann Gerry Weber nicht mehr ausschliessen, dass das operative Ergebnis auf Stufe Ebit in den roten Bereich abrutscht. Neu rechnet das Unternehmen beim Ebit bestenfalls mit einer schwarzen Null, wobei auch ein Verlust von bis zu EUR 10 Millionen zu Buche schlagen könnte. Bislang hatte der Konzern ein Plus von EUR 10 Millionen bis EUR 20 Millionen in Aussicht gestellt. Zwar gibt sich Gerry Weber mit Blick auf die kommenden drei bis fünf Jahre optimistisch und will den Umsatz wieder ausweiten, die Kosten im zweistelligen Millionenbereich senken und wieder Gewinne schreiben. Das ist aber sehr weit entfernte Zukunftsmusik. Gegenwärtig deutet vieles darauf hin, dass der Modekonzern noch längere Zeit mit sinkenden Umsätzen und roten Zahlen kämpfen muss. Vor allem die schwache Umsatzentwicklung zeigt, dass das Unternehmen noch nicht die richtigen Stellschrauben angezogen hat, um gegen die Online- und Billig-Wettbewerber bestehen zu können.
Konklusion:
Trotz der massiven Kursverluste in diesem Jahr (-31%) sehen wir aufgrund der nach wie vor hohen Bewertung der Aktie (KGV 2018: 38; KGV 2019: 18) noch reichlich Abwärtspotenzial. Die Aktie ist ein „Verkauf“.