
Dank rascher Effizienz- und Sparmassnahmen ist die Industriegruppe respektabel durch das Coronajahr 2020 gekommen. Vor allem im zweiten Semester konnte das Unternehmen die Rückschläge des ersten Halbjahres spürbar eindämmen. Dass der Zahlenkranz dennoch vom Minuszeichen dominiert wurde, ist insgesamt wenig überraschend. Der organische Umsatzrückgang belief sich auf 8.4%, der Auftragseingang ging um 14% zurück, das operative Ergebnis auf Stufe Ebit verringerte sich um 30%, was unter dem Strich zu einem Gewinneinbruch von gut einem Drittel führte. Dass zugleich der Free Cashflow erhöht werden konnte, spricht dafür, dass die eingeleiteten Effizienzmassnahmen schnell gewirkt haben. Viel wichtiger ist jedoch der Blick in die Zukunft. Und die jüngst vorgestellte „Strategie 2025“ macht Mut. Operativ will sich der Konzern robuster gegenüber Konjunkturzyklen aufstellen. Die Sparte „Piping Systems“ will beispielsweise automatisierte Lösungen für die Reduktion von Wasserverlusten oder für sichere Hygieneprozesse entwickeln. Und die von der Division „Casting“ entwickelten Leichtbau-Gussteile sollen durch ihre Gewichtsersparnisse zur Reduktion von CO2-Emissionen beitragen. Beim Thema Nachhaltigkeit will der Konzern künftig eine deutlich wichtigere Rolle einnehmen. Auch auf finanzieller Ebene überzeugt der langfristige Ausblick. Die operative Gewinnmarge soll im Bereich zwischen 9% und 11% und die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROIC) zwischen 20% und 22% zu liegen kommen. Organisch soll der Umsatz auf CHF 4.4 Milliarden steigen (2020: CHF 3.18 Milliarden).
Konklusion:
Investierte Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont sollten der Aktie von Georg Fischer treu bleiben. Kurzfristig dürfte die Aktie nach der starken Rallye aber nur noch wenig Upside-Potenzial haben. (red/mda)