
Amerikanische Medienberichte über einen sich anbahnenden Zusammenschluss der General Electric Sparte „GECAS“ (GE Capital Aviation Services) und der irischen Leasing-Gesellschaft AerCap veranlasste uns, den amerikanischen Industriekonzern General Electric ins Depot aufzunehmen. Mittlerweile ist der Deal bestätigt. Aercap wird GECAS für USD 30 Milliarden in bar und in neuen Aktien übernehmen. Zusammen kommen Aercap und GE Capital Aviation Services auf mehr als 2‘000 Flugzeuge und 300 Hubschrauber und wären damit dreimal so gross wie die Nummer 3 der Branche, Avalon. Wir gehen aber davon aus, dass die Wettbewerbshüter darauf pochen werden, dass der zusammengeschlossene Konzern Hunderte von Flugzeugen abgeben muss. Für GE-Chef Larry Culp ist der Deal dennoch ein lohnendes Geschäft. Denn er spült reichlich Cash in die Kassen. GE erhält rund USD 24 Milliarden in bar und ein Aktienpaket von 46% an dem neuen Flugzeugleasing-Riesen. Dieses Paket könnte nach 15 Monaten zu Geld gemacht werden. Für den hochverschuldeten Konzern eröffnet sich damit die Möglichkeit, den hohen Schuldenberg deutlich zu verkleinern. GE sprach davon, bereits vor Ablauf der Haltefrist den Schuldenberg mit diesem Deal um gut USD 30 Milliarden senken zu können. Zuvor muss GE allerdings nochmals USD 3 Milliarden auf GECAS abschreiben. Culp beschleunigt mit dem Deal den seit 2018 laufenden Restrukturierungsprozess bei GE. Mit dem Verkauf von GECAS endet zudem das Kapital „GE Capital“ endgültig. Die Sparte hatte den Konzern in der Finanzkrise ins Straucheln gebracht. Probleme, unter denen GE noch heute leidet!
Konklusion:
Für eine vollständige Entwarnung ist es mit Blick für GE zwar noch zu früh. Aber CEO Culp treibt den Konzernumbau massiv voran. GE ist eine Spekulation auf die Wende zum Besseren. (red/mda)