
Die Wahlen in Frankreich sind abgehakt, die Q1-Berichtssaison ist so gut wie gelaufen, das ökonomische Umfeld bleibt gut und die Bewertung europäischer Aktien ist angemessen. Angesichts dessen ist der Euro Stoxx50 in der zurückliegenden Berichtswoche in eine Seitwärtsbewegung eingeschwenkt und bewegt sich nach wie vor in dem Anfang Dezember 2016 ausgebildeten Aufwärtstrendkanal. Der Stochastik- als auch der MACD-Indikator haben in der vergangenen Berichtsperiode jedoch erste Warnzeichen einer anstehenden Konsolidierung ausgebildet. Beide statistischen Masszahlen haben leichte Verkaufssignale ausgebildet. Auch auf dem Handelsparkett macht sich nach der Rallye in den Vormonaten nun etwas mehr Ruhe breit. Die Handelsvolumen sind im Vergleich zu den Vorwochen deutlich zurückgekommen, was dafür spricht, dass sich die Investoren mittlerweile ausreichend mit Euro-Aktien eingedeckt haben. Vor allem institutionelle Investoren, so war vom Handelsparkett in den vergangenen Wochen immer wieder zu hören, hätten durch grosse Umschichtungen in ihren Depots die europäische Aktienrallye befeuert.
Unsere Prognosen für die verschiedenen Anlagehorizonte
Auf kurze Sicht rechnen wir an den europäischen Aktienmärkten nur mit wenig Bewegung. Die kurstreibenden Faktoren sind mittlerweile in den Aktiennotierungen enthalten. Neue Impulse, die die Märkte erneut antreiben könnten, sind derzeit nicht in Sicht. Mittelfristig dürfte einmal mehr die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank in den Fokus der Anleger rücken. Wie wir vom Handelsparkett hören, zeichnet sich ab, dass die EZB an ihrer kommenden Sitzung die Märkte auf ein Ende der ultralockeren Geldpolitik einstimmt. Eine positivere Sichtweise der EZB auf die Konjunkturentwicklung, die Inflation, die Kreditvergabe und Investitionstätigkeit dürfte dies signalisieren. Damit würde sich unser seit Monaten vertretenes Basisszenario bewahrheiten. Fraglich ist im Moment jedoch noch, ob die Marktteilnehmer die robuste Wirtschaftsentwicklung oder das Ende des über Jahre kurstreibenden billigen Geldes schwerer gewichten.
Konklusion:
Der Rallye an den europäischen Aktienmärkten scheint fürs Erste die Luft ausgegangen zu sein. Es ist Zeit für eine Konsolidierung. Mittel- bis langfristig bleiben wir für Euro-Aktien aber zuversichtlich.