+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

Geldpolitik belastet die Märkte

Der Euro Stoxx50 hat die Talfahrt der zurückliegenden Wochen in der vergangenen Berichtsperiode fortgesetzt. Vor Wochenfrist scheiterte der Index erneut daran, die charttechnisch wichtige 20-Tage-Durchschnittslinie nach oben hin zu durchbrechen. Er prallte schulbuchmässig nach unten hin ab. Der MACD- sowie der Stochastik-Indikator widerspiegeln diese negative Entwicklung an den Euro-Börsen. Beide Indikatoren signalisieren jedoch zugleich, dass das weitere Abwärtspotenzial beschränkt sein sollte und die Märkte bald einen Boden finden dürften. Die Handelsvolumina sind während der schwachen Börsentage in der zurückliegenden Woche deutlich gestiegen, was darauf hinweist, dass die Nervosität der Anleger steigt. Einerseits verläuft die Berichtssaison europäischer Unternehmen solide, sie kann aber zugleich nicht genügend Strahlkraft entwickeln, um den Markt in der Breite zu unterstützen. Vielmehr suchen Investoren nach dem „Haar in der Suppe“ und werden meist auch fündig. Zugleich sorgt die Europäische Zentralbank mit ihrem Zick-Zack-Kurs in die geldpolitische Normalisierung für Verunsicherung. Vor allem der dadurch verursachte Euro-Anstieg lähmt derzeit die Aktienbörsen in Europa.
Unsere Prognosen für die verschiedenen Anlagehorizonte
Kurzfristig dürfte die gedrückte Stimmung an den Euro-Börsen Bestand haben. In den kommenden Tagen könnte der Index noch bis auf das Mai-Tief bei gut 3‘400 Punkten sinken, bevor eine Bodenbildung einsetzt. Auf mittelfristige Sicht werden die Nebelschwaden über den Börsen in Europa wieder dichter. Zwar spricht die anziehende Konjunktur für weitere Umsatz- und Gewinnsteigerungen auf Unternehmensseite. Jedoch haben die zurückliegenden Wochen gezeigt, wie sensibel die Marktteilnehmer auf – noch nicht einmal konkrete – Veränderungen in der europäischen Geldpolitik reagieren. Aus unserer Sicht ist es für die EZB auf mittel- bis langfristige Sicht absolut notwendig, die Märkte von der Stärke der Euro-Wirtschaft zu überzeugen, damit die Straffung der Geldpolitik als Ausdruck der konjunkturellen Stärke interpretiert wird. Gelingt der EZB dieser Drahtseilakt, sollten die Ampeln der Euro-Aktienbörsen wieder knallgrün leuchten.
Konklusion:
Die geldpolitische Straffung der EZB drückt derzeit auf die Stimmung der Anleger und lässt den Euro steigen. Kurzfristig dürfte der Euro Stoxx50 seine Konsolidierung fortsetzen.