
Das amerikanische Industriekonglomerat General Electric hat in einem schwierigen Umfeld ein sehr gutes Ergebnis eingefahren. Der Umsatz konnte auf knapp USD 27.7 Milliarden ausgeweitet werden, was deutlich über den Erwartungen der Analysten lag. Diese hatten im Schnitt mit USD 26.4 Milliarden gerechnet. Rechnet man Akquisitionen, Verkäufe und andere einmalige Faktoren heraus, wären die Erlöse noch immer um 7% gewachsen. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von USD 635 Millionen hängen, nach USD 228 Millionen im Vorjahr. Der Gewinn pro Aktie betrug damit USD 0.21, was ebenfalls deutlich über der Konsensprognose der Analysten von USD 0.16 lag.
Dennoch wollte am Markt keine wirklich Freude über das vorderhand sehr gute Ergebnis aufkommen. Der Grund dafür liegt in der Entwicklung des Industriegeschäftes. Denn der Erlös im Öl- und Erdgasgeschäft ging um 9.4% zurück. Zudem liess GE mit seinen Aussagen zum Flugzeugmotoren-Geschäft aufhorchen. Der Konzern stellte in Aussicht, in diesem Jahr 450 bis 500 LEAP-Flugzeugmotoren auszuliefern. Der Motor ist aufgrund seiner Sparsamkeit ein Kassenschlager und wird u.a. von Airbus und Boeing verwendet. Nur bis anhin ging GE stets davon aus, 500 LEAP-Motoren im laufenden Jahr verkaufen zu können. Auf dem Handelsparkett in New York wird – sozusagen als Bestätigung des negativen Eindrucks im Industriegeschäft – auf den Cash Flow in der Sparte verwiesen. Dieser belief sich im Industriegeschäft auf negative USD 1.6 Milliarden. Ein extrem schwacher Wert, der zudem gut eine Milliarde schwächer war, als es General Electric vorhergesagt hatte. Gemäss CFO Jeffrey Bornstein lag dies u.a. an einigen zeitlich ungünstigen Aufträgen. Bornstein bekräftigte aber, dass General Electric im Gesamtjahr 2017 USD 12 Milliarden bis USD 14 Milliarden an Cash Flow einnehmen will.
Angesichts der Entwicklung halten wir es für möglich, dass der Druck auf CEO Jeff Immelt steigt. Vor allem dem Hedge Funds „Trian Partners“ dürfte die Entwicklung im ersten Quartal gar nicht schmecken. Trian besitzt gut zwei Milliarden GE-Papiere und gilt als aktivistischer Investor, der seit dem Einstieg im Jahr 2015 immer wieder Druck auf Immelt ausgeübt haben soll. So soll Immelt die jährlichen
Kosteneinsparungen auf eine Milliarde Dollar verdoppelt haben, um einen Burgfrieden mit dem Hedge Funds zu schliessen. Zudem soll das GE-Top-Management auf Druck von Trian Regelungen für seine Bonuszahlungen angepasst haben. Auf dem Börsenparkett in New York wird bereits gemutmasst, dass Trian auf eine Absetzung von CEO Immelt aus sei, was dem Börsenkurs neuen Schwung geben dürfte. Dagegen spricht aus unserer Sicht jedoch, dass Immelt und Trian-Gründer Nelson Peltz als langjährige Freunde gelten.
Konklusion:
Trotz einiger Schwächen überzeugen uns die Zahlen von GE. Der Konzern hat in einem schwierigen Umfeld sehr gut gearbeitet. Wir empfehlen, die Aktie mit einem langen Zeithorizont zu kaufen.