
Der führende Navigationsgeräte-Hersteller mit Sitz in Schaffhausen und einem Listing an der Nasdaq hat ein sehr erfolgreiches Jahr hinter sich. Der Nettoumsatz stieg 2016 um starke 7% auf rund USD 3 Milliarden. Der Nettogewinn kletterte von USD 456 Millionen auf USD 511 Millionen – beide Eckdaten lagen über den Erwartungen der Analysten. Die grösste Umsatzsteigerung verzeichnete die Outdoor-Sparte, wo die Erlöse um gut ein Drittel auf USD 546 Millionen stiegen. Ebenfalls sehr dynamisch entwickelte sich die Fitnesssparte, in der die Umsätze um 24% auf USD 818 Millionen stiegen. Auch „Marine“ mit USD 332 Millionen (+16 %) und Luftfahrt mit USD 439 Millionen (+10 %) wuchsen zweistellig. Einen empfindlichen Dämpfer musste Garmin hingegen in der anteilsmässig grössten Sparte einstecken. In der Sparte „Auto“ sanken die Erlöse um 17% auf USD 882 Millionen. Und die Aussichten sind für die Sparte wenig erbaulich. Denn einerseits sinken die Preise für festeingebaute Navis markant. Andererseits nutzen zunehmend viele Autofahrer den Routenplaner auf ihrem Smartphone. In Europa gingen vergangenes Jahr fast ein Fünftel weniger Geräte über die Ladentheken als noch 2015. Aufgrund dieser Schwäche in der Autosparte blickt Garmin auch nur sehr verhalten optimistisch in das laufende Jahr. Für 2017 erwartet der Schweizer Konzern – wenn überhaupt – nur ein kleines Umsatzplus.
Dennoch bleiben die langfristigen Aussichten interessant. Denn anders als Wettbewerber wie Apple oder Samsung hat sich Garmin von Anfang an auf das Geschäft mit den Sportlern konzentriert. Garmin-Produkte können Wasser, Wind, Sonne oder Sturm nichts anhaben und sie müssen nicht alle paar Stunden aufgeladen werden – ein riesiger Vorteil gegenüber den Produkten der Wettbewerber. Fitness-Armbänder, Sportuhren für Jogger, Triathleten und Golfspieler, auch Action-Cams hat Garmin mittlerweile ins Sortiment aufgenommen. Vergangenes Jahr lancierte der Konzern zudem noble Sportuhren für EUR 1‘000 und mehr. Bei Deutschlands grösstem Sporthändler, Intersport, liegt Garmin auf Platz 28 der wichtigsten Lieferanten – ein Sprung von 15 Plätzen gegenüber dem Vorjahr. Allerdings sollten Anleger die Risiken des Geschäfts nicht unterschätzen. Die Entwicklung bei amerikanischem Wettbewerber Fitbit sollte Investoren ein warnendes Beispiel sein, wie aus einem gefeierten Unternehmen schnell ein Fallen Angle werden kann. Wir gehen davon aus, dass sich die gute Entwicklung bei Garmin auch an der Börse fortsetzen wird und die Aktie noch ein Aufwärtspotenzial von rund 20% hat.
Konklusion:
Wir empfehlen, die Aktie von Garmin spekulativ zu kaufen. Die Schwäche in der Autosparte könnte 2017 aber zu einer Belastung werden, die derzeit am Markt noch ausgeblendet wird.