
Mit einem Kursfeuerwerk haben die Marktteilnehmer die Ankündigung von GAP aufgenommen, sich bis 2020 aufspalten zu wollen. Laut den Planspielen des Managements soll die Marke Old Navy, die 2018 gut USD 8 Milliarden zum Konzernumsatz beisteuerte, ausgelagert und als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht werden. GAP, Athleta, Banana Republic und die übrigen Marken sollen hingegen in ein neues Unternehmen eingebracht werden, dessen Name noch nicht feststehe. Die Marken steuern gut USD 9 Milliarden zum Konzernumsatz bei. Ferner will GAP in den kommenden zwei Jahren insgesamt 230 Filialen schliessen. Auch wenn die Ankündigung die Aktie kurzfristig anschieben dürfte, so ändert es nichts an der schwierigen Lage, in welcher sich das Unternehmen befindet. Die Mode kommt bei den Konsumenten je länger je weniger an. So musste GAP auch im wichtigen Weihnachtsquartal einen Umsatzrückgang von rund 1% vermelden. Zudem warnte die Konzernführung vor einem schwierigen ersten Halbjahr 2019. Wir befürchten, dass sich der jüngste Kursaubruch lediglich als Strohfeuer erweist. Die nüchternen Zahlen sprechen u.E. gegen GAP. Die Lager der US-Modekette sind dem Vernehmen nach prall gefüllt, was margenbelastende Verkaufsaktionen wahrscheinlich macht. Zudem scheint GAP nicht in der Lage zu sein, das hohe Tempo, mit denen Wettbewerber Inditex oder H&M ihre Kollektionen wechseln, zu erreichen. Auch im Onlinehandel hinkt GAP hinterher.
Konklusion:
Die Aufspaltungspläne von GAP beflügeln die Aktie des US-Modekonzerns. Wir warnen jedoch vor Euphorie. Die grundlegenden Probleme bei GAP sind damit nicht gelöst. GAP könnte u.E. noch viel tiefer fallen.