
Als Julius Bär im Jahr 2009 den Vermögensverwalter GAM in die „Freiheit“ entliess, gab Bär dem Unternehmen jedoch eine schwere Bürde mit. Satte CHF 2 Milliarden an Goodwill standen in den Büchern des Asset Managers. Als GAM 2018 in eine hausgemachte Krise rutschte und Kunden massenweise ihr Kapital abzogen, war GAM genötigt, diesen Goodwill verstärkt abzuschreiben. 2019 wurden rückwirkend für 2018 CHF 800 Millionen abgeschrieben. Für das erste Halbjahr 2020 kommen nochmals CHF 400 Millionen hinzu, wie der Asset Manager jüngst mitteilte. Das kommt an der Börse zwar nicht gut an, ist aber mit Blick auf die Bilanz unbedenklich. Goodwill-Abschreibungen sind nicht liquiditätswirksam. Immerhin hat GAM den Goodwill nun komplett aus den Büchern gestrichen, womit sich das Unternehmen nun wieder auf den operativen Turnaround fokussieren kann. Und diesbezüglich gibt es positive News zu vermelden: Denn erstmals seit dem Ausbruch der hausgemachten Krise sind die verwalteten Vermögen wieder deutlich gestiegen.
Konklusion:
2020 dürfte GAM erneut mit einem Verlust abschliessen, da für das erste Halbjahr ein Verlust von CHF 3 Millionen prognostiziert wird. Für 2021 stehen die Ampeln aber auf Grün. Mutige Anleger greifen zu!