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Fundamentale Analyse - USA

Gedanken über Aktienkäufe missfallen uns
Mit Hochspannung hatten Marktteilnehmer auf die Rede von Janet Yellen, der seit 2014 amtierenden Chefin der amerikanischen Notenbank, gewartet. Wirklich Neues lieferte Yellen am Meeting in Jackson Hole – wie von uns erwartet – nicht ab. Es gebe Verbesserungen auf dem US-Arbeitsmarkt, zudem werde ein moderates Wirtschaftswachstum erwartet, sagte die Fed-Chefin – ein Hinweis, dass die Notenbank wahrscheinlich mit einem Zinsschritt auf absehbare Zeit liebäugelt. Allerdings folgt Yellen ihrem bisherigen Pfad, die Entscheidung für eine Zinsanhebung kurzfristig zu treffen. Es drängt sich mehr und mehr der Eindruck auf, dass das Fed derzeit wirklich keinen langfristigen Zinsplan verfolgt, sondern lediglich von Sitzung zu Sitzung entscheidet. Insgesamt scheint es uns nach wie vor sehr unwahrscheinlich, dass das Fed bereits an der kommenden Offenmarktsitzung Mitte September die nächste Zinserhöhung ankündigt. Einerseits dürfte das Fed abwarten, bis die ersten Q3-BIP-Zahlen, die gegen Ende Oktober publiziert werden, tatsächlich den gegenwärtigen Aufwärtstrend bestätigen. Die Echtzeitschätzungen der Federal-Reserve-Banken von Atlanta und New York deuten derzeit auf ein BIP-Wachstum von rund 3% für das laufende dritte Quartal. Darüber hinaus biegt der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf andererseits auf die Zielgerade ein. Im Vorfeld der Wahlen wird sich die US-Notenbank nicht mit einem angreifbaren Zinsentscheid zu einem politischen Spielball machen lassen. Entsprechend gehen wir weiter davon aus, dass das Fed erst im November oder Dezember den Leitzins um 25 Basispunkte erhöhen wird. Auch wenn die Fed-Chefin keine konkreten Hinweise darauf lieferte, wann der Zinsschritt kommt, sind die Aussagen von Yellen positiv zu bewerten. Sie liess einerseits durchblicken, dass das Risiko einer Rezession gering eingeschätzt wird, und andererseits, dass sich die US-Zentralbank nicht als allzeit bereiter Stimulator vom Dienst versteht. Allerdings hat uns die Chefin der US-Notenbank mit ihren Ausführungen auch aufgeschreckt. Denn ihre Aussagen bezüglich der Handlungsfähigkeit der US-Notenbank im Falle einer erneuten wirtschaftlichen Talfahrt in den USA lassen Böses erahnen. Sollte die Wirtschaft ins Stocken geraten, könne der geldpolitische Ausschuss die Leitzinsen wieder ganz auf null senken, den Erwerb von Anleihen wiederaufnehmen und seine Absicht kundtun, die Leitzinsen so lange bei null zu halten, bis sich die Bedingungen merklich verbesserten, sagte Yellen. So weit, so bekannt. Darüber hinaus regte Yellen jedoch an, dass zusätzliche wirtschaftspolitische Optionen zu prüfen seien. Für die Geldpolitik könne das beispielsweise heissen, Wertpapierkäufe zu prüfen, die über den Erwerb von Anleihen hinausgingen. Im Klartext dürfte dies heissen, dass das Fed im Fall der Fälle auch am Aktienmarkt aktiv werden könnte.
Konklusion:
Das Fed sendet Zeichen aus, dass eine erneute Zinserhöhung auf absehbare Zeit kommen wird. Die Gedankenspiele bezüglich Aktienkäufe missfallen uns grundsätzlich. Es würde den Markt verzerren.