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Fundamentale Analyse - USA

Joe Biden feiert einen prestigeträchtigen Erfolg
US-Präsident Joe Biden ist am vorläufigen Ziel seiner Wünsche angekommen. Das USD 1.9 Billionen schwere Hilfsprogramm hat alle politischen Hürden genommen, die Unterschrift von Biden unter dem entsprechenden Gesetz ist gesetzt und die Auszahlungen der Hilfsgelder soll bald erfolgen. Es ist ein Hilfspaket der Superlative. Es ist nicht nur das grösste Konjunkturpaket aller Zeiten, sondern auch das vielleicht wichtigste Symbol der noch jungen Regentschaft Joe Bidens, der Amerika wieder einigen will. Zur Erinnerung: Zu Beginn der Pandemie hatte die US-Regierung um den damaligen Präsidenten Donald Trump bereits verschiedene Hilfspakete im Gesamtvolumen von USD 3 Milliarden aufgelegt. „Viel hilft viel“, scheint in den USA derzeit die gängigste Sicht auf die Dinge zu sein. Das neue Hilfspaket umfasst u.a. eine Einmalzahlung an alle US-Bürger in Höhe von USD 1‘400 – ausgenommen sind Besserverdienende. Hierfür werden gut ein Fünftel des Gesamtpakets verwendet. Hinzu kommen Ausgaben für die Gesundheit, Zahlungen an die Bundesstaaten, die Erhöhung der Arbeitslosenunterstützung, die Erhöhung des Mindestlohns auf USD 15 pro Stunde oder Steuererleichterung von USD 2‘000 für jedes schulpflichtige Kind. Natürlich liesse sich darüber streiten, ob ein Hilfspaket in diesen Dimensionen wirklich notwendig ist. Schliesslich befinden sich die USA bereits im Recovery-Modus. Der frühere Vizechef des IMF, Desmond Lachmann, sagte beispielsweise: „Zu sagen, dass Biden ein Risiko eingeht, wäre eine Untertreibung.“ Larry Summers, der frühere Wirtschaftsberater von Barack Obama hält eine Überhitzung der Wirtschaft und inflationäre Tendenzen für ein realistisches Szenario. Diese Gefahr besteht – dieser Meinung sind wir auch. Denn die durch die Pandemie angestaute Nachfragewucht in Kombination mit den üppigen Hilfen, welche die Biden-Administration nun durchgeboxt hat, könnten die US-Wirtschaft sehr schnell an ihre Kapazitätsgrenzen bringen – was in der Theorie den Inflationsdruck deutlich erhöhen sollte. Die OECD erwartet beispielsweise, dass die USA in diesem Jahr um 6.5% wachsen – ohne das Hilfspaket zu berücksichtigen. Doch vor allem mit Blick auf das Thema Inflation lagen die Experten in der vergangenen Dekade oft schwer daneben. Erinnern Sie sich noch an die Horrorszenarien, die bei der Aufarbeitung der Finanzkrise 2007/08 aufpoppten? Die Hilfen von allen Seiten würden einen regelrechten Inflations-Tsunami auslösen. Passiert ist nichts. Im Gegenteil. Seit Jahren stagniert die Teuerung auf einem sehr tiefen Niveau – mit einigen, wenigen Spitzen nach oben. Und auch die radikale Steuerreform von Ex-Präsident Donald Trump sowie seine massiv erhöhten Staatsausgaben konnten die Teuerung entgegen der Erwartungen nicht neu entflammen. Wir halten es daher wie US-Finanzministerin Janet Yellen: Inflationstendenzen sind ein lösbares Problem.

Konklusion:
Joe Biden hat das grösste US-Konjunkturpaket aller Zeiten durchgeboxt. Eine Überhitzung der Wirtschaft und tendenziell anziehende Preisen könnten folgen. (red/mda)