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Fundamentale Analyse - USA

Anleger reagieren nüchtern auf das neue Hilfspaket
Wenige Stunden nach unserem Redaktionsschluss am Mittwoch, 20. Januar, wird Joe Biden als neuer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt. Damit sollte das Kapital Donald Trump für immer geschlossen sein – zumindest auf politischer Ebene. Denn ein Comeback bei den nächsten Präsidentschaftswahlen erscheint uns ggw. mehr als unwahrscheinlich. Bereits in den vergangenen Tagen hat Biden deutlich gemacht, um welche Themen sich die ersten Monate seiner Präsidentschaft drehen werden: Die Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen für die USA. Jüngst hat der neue US-Präsident entsprechend ein USD 1.9 Billionen schweres Rettungspaket vorgestellt. Dieses umfasst folgende Massnahmen: a) USD 1‘400 Direktzahlungen an US-Privathaushalte, b) Erhöhung der zusätzlichen Arbeitslosenversicherung von derzeit USD 300 auf USD 400 pro Woche und Verlängerung bis September, c) USD 415 Milliarden für den Kampf gegen das Virus und für die Impfkampagne sowie d) USD 440 Milliarden an kleinere Unternehmen und Kommunen, die besonders von der Pandemie betroffen sind. Schliesslich soll der Mindestlohn auf USD 15 je Stunde steigen. Am Aktienmarkt konnte dies dennoch keine neue Euphorie aufkommen lassen. Einerseits scheint es unwahrscheinlich, dass Biden seine Pläne schnell und in der vorgestellten Form umsetzen kann. Zwar haben die Demokraten sowohl im Kongress als auch im Senat die Mehrheit erobert, aber vor allem im Senat ist diese nur hauchdünn. Doch gemäss der Einschätzung einiger Kommentatoren benötigen einige Vorhaben von Biden eine Senatsmehrheit von 60 von 100 Stimmen – dies würde bedeuten, dass Biden auch zahlreiche republikanische Senatoren von seinen Plänen überzeugen müsste. Zwar könnten die Demokraten den Weg der sogenannten „reconciliation“ wählen. Dabei verabschieden Senat und Repräsentantenhaus eine gemeinsame Resolution mit einfacher Mehrheit. Allerdings nimmt dies mehr Zeit in Anspruch und fraglich ist, ob dieser Prozess tatsächlich auf alle Teilvorhaben des Hilfsplans anwendbar ist, heisst es etwa bei VP Bank. Vor allem jene Hilfen, welche auf lokaler Ebene oder auch auf Ebene der Bundesstaaten ansetzen, dürften die 60 Senatsstimmen erfordern. Zumal Biden auch mit Widerstand aus den eigenen Reihen rechnen muss. Denn die neuen Hilfsprogramme würden einen Ausgabe-Tsunami auslösen, die nicht alle demokratischen Senatorinnen tragen wollen. Aber nicht nur die Umsetzbarkeit, sondern auch die Zielrichtung der Hilfen wird auf dem Handelsparkett derzeit diskutiert. Zwar habe Biden erkannt, dass die Bevölkerung massiv unter der Pandemie leidet – die Massnahmen fokussieren sich derzeit v.a. auf die konsumtive Seite. Es wird zugleich bemängelt, dass bisher keine Pläne für die Investitionsseite vorliegen, was aus Sicht der Finanzmärkte aber essenziell wäre.

Konklusion:
Die Aktienmärkte haben verhalten auf das neue, geplante Hilfspaket für die US-Wirtschaft reagiert. Neben der schwierigen Umsetzbarkeit bemängeln Anleger v.a. die fehlenden Investitionspläne.