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Fundamentale Analyse - USA

Ex-Fed-Chefin Janet Yellen soll Finanzministerin werden
Die Regierungstruppe um den designierten US-Präsidenten Joe Biden nimmt Gestalt an. Vor allem eine Personalie liess zuletzt aufhorchen – und das im positiven Sinn. Biden möchte Janet Yellen, die hochangesehene Ökonomin und ehemalige Chefin der amerikanischen Notenbank, als Finanzministerin einspannen. Sie wäre die erste Chefin in der 231-jährigen Geschichte des Finanzressorts und dürfte sowohl bei Republikanern als auch Demokraten grosse Zustimmung erhalten. Yellen, die politisch dem demokratischen Flügel zugeordnet wird, pflegte in ihrer Zeit als Notenbankchefin zwischen 2014 und 2018 zu beiden amerikanischen Grossparteien ein ausgesprochen gutes Verhältnis, was ihr als Finanzministerin sicher in die Karten spielen sollte. Zugleich kann sich Jerome Powell, der jetzige Chef der amerikanischen Notenbank auf ruhigere Zeiten einstellen – zumindest von politischer Seite. Denn die Giftpfeile, die Noch-Präsident Donald Trump in den vergangenen Jahren immer wieder gegen die Geldpolitik der Fed abschoss, dürften mit dem Auszug aus dem Weissen Haus endgültig der Vergangenheit angehören. Und das ist gut so. Denn der anfangs etwas blasse Fed-Chef Powell hat sich seit seinem Amtsantritt im Jahr 2018 zu einer starken Persönlichkeit entwickelt – an seinem Sachverstand bestanden ohnehin nie Zweifel. Zwar steht Powell politisch den Republikanern nahe, doch sein Ansehen ist auch in den Reihen der Demokraten sehr hoch. Janet und Jerome – sie seien das neue Traumpaar der amerikanischen Geld- und Fiskalpolitik, heisst es bereits. Es wird beiden zugetraut, die notwendige Abstimmung von Finanz- und Geldpolitik ohne grössere Störfeuer voranzutreiben. Es ist die Grundlage dafür, dass die USA mit ihren starken Kapitalmärkten auch weltwirtschaftlich das Mass aller Dinge bleiben. Gerade in der Post-Coronazeit wird eine enge Zusammenarbeit von Fiskal- und Geldpolitik zwingend notwendig sein. Die Staatsschulden, die ungeahnte Höhen erklommen haben, müssen beherrschbar bleiben, wenn die USA ihr Standing in der Weltfinanz nicht aufs Spiel setzen wollen. Dies heisst auch, dass die Schulden langfristig runter müssen. Für die USA besonders bedeutend ist zudem, dass sowohl Yellen als auch Powell als moderat gelten und beide immer wieder ein Interesse daran gezeigt haben, auch den Schwächsten der Gesellschaft helfen zu wollen. Ob Yellen und Powell den vor ihnen liegenden Drahtseilakt meistern werden, ist zwar noch nicht beschlossene Sachen. Aber die Chancen, dass sie es hinbekommen, sind gut und könnten auch für Europa zum Beispiel werden.

Konklusion:
Mit Janet Yellen beruft der designierte US-Präsident Joe Biden die Ex-Fed-Chefin zur Finanzministerin. Vor allem die Zusammenarbeit mit Fed-Chef Jerome Powell könnte grosse Früchte tragen.