+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

Fundamentale Analyse - USA

Crashpropheten ziehen Vergleiche zu 1929
Der Crash 2020 steckt vielen Anlegern noch in den Knochen. Daran ändert auch die seit Mitte März anhaltende Rallye nichts. Kein Wunder also, dass sich angesichts dieser Verunsicherung auf Seiten der Anleger die Crashpropheten in Stellung bringen und vor neuen, sehr schmerzhaften Rückschlägen warnen: Das Schlimmste, so ihre Prognose, steht uns mit Blick auf die Aktienmärkte erst noch bevor. Es wird wie 1929 kommen! Auf den Oktobercrash folgte eine Erholung, welche sich bis Anfang April 1930 hinzog. Erst dann folgte der «richtige Absturz» des S&P500. Fakt ist, dass sich der Verlauf des S&P500 1929/30 und in den zurückliegenden sechs Monaten sehr ähneln. Angesichts dessen erscheint der Vergleich den Crashpropheten zumindest vorderhand recht zu geben. Doch wir sehen einige grundlegende Aspekte, weswegen «The Great Depression» und «The Great Lockdown» nicht vergleichbar sind. Die Pandemie hat einen völlig unerwarteten, externen Schock ausgelöst, welcher die Wirtschaft tief in die Rezession riss und die Börse crashen liess. Die Entwicklung bis zum Crash 1929 war jedoch von zahlreichen Fehlentwicklungen geprägt, die im Verlauf der 1920er Jahre unweigerlich zu dieser konjunkturellen Katastrophe führen mussten. Einerseits waren die «Goldenen 20er» eine Periode des Aktienfiebers – jeder Amerikaner war im Aktienrausch. Die Bewertung der Aktien stand gemessen mit dem heutigen Standard in keinem Verhältnis zur Realwirtschaft. Zugleich bestand die weit verbreitete Möglichkeit, Aktien zu hebeln, um noch mehr Gewinn abschöpfen zu können. Dies führte dazu, dass sich zahlreiche Anleger hoch verschuldeten, um noch mehr in Aktien investieren zu können. Die Angst vor einem Crash kannte man nicht. Als die Blase am Aktienmarkt doch platzte, konnte die Katastrophe nicht mehr aufgehalten werden. Eine bestenfalls unglückliche Rolle spielte damals auch die amerikanische Notenbank Fed. Sie begann bereits 1928 dem Markt Liquidität zu entziehen, um eine befürchtete Inflationsbeschleunigung im Keim zu ersticken. Doch die Leitzinserhöhung löste eine Kettenreaktion aus. Denn in der Folge trockneten die Kredit- und Geldmärkte aus – damit gab es kein Pulver mehr, um die Katastrophe am Aktienmarkt noch aufzuhalten. Diesbezüglich hat das Fed gelernt und bekämpft jegliche Anzeichen einer Austrocknung mit reichlich Liquiditätshilfen. Aktuell kauft das Fed u.a. Anleihen, ohne sich für dieses Programm ein Enddatum gesetzt zu haben. Die Geldpolitik läuft so lange, wie es die Krise erfordert. «QE4ever», heisst es in den USA. Zudem zeichnet sich ab, dass sich die Wirtschaft nach «The Great Lockdown» relativ schnell erholen dürfte – China macht es vor. Spätestens wenn ein wirksames Medikament oder gar ein Impfstoff gefunden ist, ist der Spuk vergessen. 1929/30 lag die Wirtschaft hingegen in Trümmern. Die Staaten hatten gar nicht die Mittel und Instrumente, um die wirtschaftliche Katastrophe aufzuhalten. Erst mit dem «New Deal» unter Präsident Franklin Roosevelt fand die Krise ein Ende.

Konklusion:
Vergleiche zwischen 2020 und 1929 drängen sich nicht auf – zu gross sind die Unterschiede in den Gründen der Crashs. Wir bleiben optimistisch: Bleiben Sie investiert – es wird sich rechnen!