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Fundamentale Analyse - USA

Qualität neu geschaffener Stellen sinkt seit Jahrzehnten
Nach wie vor schwebt der Handelskrieg zwischen den USA und China wie ein Damoklesschwert über der Weltwirtschaft. Allerdings erscheint die US-Wirtschaft trotz dieser düsteren Konjunkturwolken in einem überraschend widerstandsfähigen Zustand, wie auch Jerome Powell, Chef der amerikanischen Notenbank Fed, vor wenigen Tagen vor dem Haushaltsausschuss des US-Repräsentantenhauses bestätigte. Zwar spüre die heimische Industrie gewisse Abwärtstendenzen. Powell sprach davon, dass der Streit zu der leichten Rezession in der Industrie beigetragen habe. Gesamtwirtschaftlich seien die Auswirkungen des Handelsstreits zwischen den USA und China aber weitaus geringer. „Es gibt keinen Grund für die Annahme, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession erhöht wäre“, sagte der Fed-Chef vor dem Ausschuss. Auch die jüngsten US-Konjunkturdaten stützen diese Aussage. Das amerikanische BIP wuchs im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 1.9%. Dies war deutlich mehr als erwartet. Ökonomen hatten im Schnitt nur mit einem Wachstum von 1.6% gerechnet. Dabei erwiesen sich die amerikanischen Konsumenten wieder einmal als verlässliche Wachstumsstütze. US-Präsident Donald Trump dürfte den nach wie vor sehr guten Zustand der US-Wirtschaft auch im laufenden Wahlkampf thematisieren. Gerne und ausschweifend verweist er beispielsweise auf die tiefe Arbeitslosigkeit in den USA. Die Arbeitslosenquote liegt seit Monaten auf dem tiefsten Stand seit gut fünf Jahrzehnten. Bei einer Rede vor Bankern in New York vor wenigen Tagen sagte der Präsident, dass sieben Millionen Menschen nicht mehr von Essensmarken abhängig seien. Seine Regierung hole die Leute aus der Arbeitslosigkeit und bringe sie zurück in den Arbeitsmarkt. Die Zahlen scheinen dem Präsidenten recht zu geben. Doch die Qualität der neu geschaffenen Stellen sinkt seit Jahrzehnten stetig. Dies zeigt zumindest der neue geschaffene „Job Quality Index“. Dieser ermittelt, wie viele hochwertige Stellen im Verhältnis zu einfachen und schlechter bezahlten Jobs entstehen. Im Idealfall müsste der Index bei 100 Punkten liegen – in diesem Fall würden genau so viele gut wie schlecht bezahlte Jobs entstehen. Dem ist aber nicht der Fall: Der Index liegt derzeit bei 82 Zählern – seit Beginn der Messung im Jahr 1990 ist dieser damit um 14% gefallen. Denn anstelle gut bezahlter Jobs in der Industrie zu finden – diese Stellen wurden in den vergangenen Jahrzehnten verstärkt ins Ausland verlagert – finden die Menschen mehr und mehr Stellen im schlecht bezahlten Service-Sektor. Zugleich liefert der Index damit auch einen Ansatz, der erklären könnte, weswegen die Inflation trotz des Booms auf dem Arbeitsmarkt seit Jahren nicht anzieht. Denn da die Arbeitnehmer weniger verdienen als früher und die Löhne nur geringfügig steigen, können auch die Preise nicht anziehen.

Konklusion:
Die US-Wirtschaft entwickelt sich weiter robust. Aber das Job-Wunder in den USA muss mit Vorsicht genossen werden. Die Qualität der neu geschaffenen Jobs sinkt – kontinuierlich!