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Fundamentale Analyse - USA

Die amerikanische Notenbank Fed hat mit ihrer jüngsten Entscheidung, den Leitzins unverändert zu lassen, den seit Wochen anhaltenden Avancen am Aktienmarkt zusätzlichen Schwung gegeben. Überraschend kam die Entscheidung der amerikanischen Währungshüter zwar nicht. Bereits im Dezember deuteten die Fed-Mitglieder an, dass die Notenbank vor einer Pause im Zinserhöhungszyklus stehe und im Jahr 2019 wahrscheinlich nur zwei, vielleicht sogar nur eine Zinserhöhung anstehe. Das Fed argumentierte mit einem sich global eintrübenden Konjunkturumfeld sowie verhaltenen Inflationsprognosen für die USA. Zwar rechnet die Notenbank 2019 mit einem robusten, aber langsameren Wachstum der US-Wirtschaft. Dies, so Fed-Chef Jerome Powell, erfordere eine „geduldige“ Vorgehensweise bei künftigen Leitzinsanpassungen. Zudem verwies der Fed-Chef auch auf eine Anpassung der Bilanzsumme des Fed. Diese etwas kryptischen Aussagen werten wir dahingehend, dass das Fed die aufgeblähte Bilanzsumme weniger schnell abbaut, als bisher veranschlagt wurde. Der sehr zurückhaltende Konjunkturausblick der amerikanischen Notenbank überrascht uns vor allem in seiner Klarheit. Denn, wer die Kommentare des Fed-Chefs hörte, hätte schnell zur Ansicht kommen können, dass die US-Wirtschaft vor einer deutlichen Abkühlung stünde. Es gibt zwar durchaus Hinweise darauf, dass die Konjunktur in den USA etwas an Schwung verloren hat und der wochenlange Shutdown die Q1-Bilanz verhageln wird. Auch die anhaltende Kältewelle in den USA dürfte sich negativ auf die BIP-Zahlen für das erste Quartal auswirken. Ein Plus von 1.5% oder weniger würde uns nicht überraschen. Aber zuletzt hellte sich die Stimmung der Unternehmen wieder auf – zumal die US-Berichtssaison – v.a. dank der zuvor kräftig nach unten revidierten Erwartungen – bis heute ansprechend verläuft. Überraschend stark zeigte sich jüngst beispielsweise auch der Einkaufsmanagerindex ISM – einem der wichtigsten Frühindikatoren für die Entwicklung der US-Industrie. Dieser stieg im Januar völlig unerwartet um 2.3 Zähler auf 56.6 Punkte. Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 54 gerechnet. Vor allen die starke US-Binnennachfrage stützt das Wachstums gegenwärtig. Auch die Arbeitsmarktstatistik für Januar überrascht. Ausserhalb der Landwirtschaft wurden im Januar 304‘000 neue Stellen geschaffen – so viele wie seit gut einem Jahr auf Monatsbasis nicht mehr. Im Mittel hatten Ökonomen nur mit einem Zuwachs von 164‘000 Stellen gerechnet. Die US-Notenbank könnte sich mit der nun verwirklichten Zinserhöhungspause selbst ein Bein gestellt haben. Zwar jubeln die Märkte für den Moment. Wenn die USA und China in den kommenden Wochen überraschend eine Lösung im Handelskrieg finden, könnte die Stimmung weiter deutlich besser werden. Nur dann musste das Fed erneut eine Kehrtwende machen und den Leitzins wieder erhöhen, und dies aufgrund der jetzigen Pause, schneller als bisher.

Konklusion:
Das Fed lockt die Marktteilnehmer mit herrlicher süsser Schokolade. Hoffen wir, dass sie den Investoren am Ende nicht saure Gurken präsentieren muss.