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Fundamentale Analyse - USA

US-Präsident Donald Trump geht in die zweite Hälfte seiner Amtszeit. Das Zwischenfazit fällt bestenfalls durchwachsen aus. Trotz anfänglicher Bedenken konnte Trump durchaus beachtliche Duftmarken setzen. Vor allem seine grosse Steuerreform zu Beginn des vergangenen Jahres versetzte zahlreiche Börsianer aber auch Ökonomen in gute Stimmung. Trump schien trotz aller Skandale, Affären, öffentlichen Wutausbrüchen und politischen Affronts unantastbar. Selbst seine harte Gangart gegenüber China fand mehr und mehr Anhänger – auch ausserhalb der amerikanischen Staatsgrenzen. Sein Wahlkampfslogan „America First“ war für viele Amerikaner zu einer politischen Doktrin geworden. Blühende Landschaften hatte Trump versprochen und scheinbar auch verwirklichen können. Die Wirtschaft des Landes lief im ersten Quartal 2018 auf Hochtouren, die Steuerreform hat die Gewinnentwicklung der Unternehmen beflügelt und die US-Arbeitslosigkeit sank auf einen historisch tiefen Stand.
Doch die Nachricht von General Motors, einen grossen Teil seiner US-Werke schliessen zu müssen, war ein Wendepunkt in der Wahrnehmung der Trump‘schen Aussenhandels- und Wirtschaftspolitik. Der sich endlos hinziehende Handelskrieg mit China hatte endgültig auch Amerika getroffen – mit aller Härte. Trumps Umfragewerte sind im Keller – zwar kann er immer noch einen Teil der Menschen mit seinen Sprüchen begeistern. Doch selbst für einen zunehmenden Teil der konservativen Amerikaner ist der Präsident untragbar geworden. Denn eines goutieren die Wähler in den USA nicht: Einen Präsidenten, unter dessen Ägide die Wirtschaft schrumpft.
Auch seine ständigen Sticheleien gegen die amerikanischen Notenbanker kommen in weiten Teilen der US-Finanzbranche alles andere als gut an. Sie werten die Worte des Präsidenten als einen Angriff auf die Unabhängigkeit der Notenbank Fed. Auch wenn ihm einige Banker in seiner Kritik Recht geben und ebenfalls eine sofortige Pause im Zinserhöhungszyklus fordern. Ein Präsident dürfe dies niemals öffentlich aussprechen – das war und hätte immer ein Tabu bleiben müssen. Auch der Shutdown der Regierung um die Weihnachtszeit trifft vor allem jene durchschnittlichen Angestellten, die Trump einst noch für sich begeistern konnte. US-Präsident Trump geht angeschlagen in die zweite Hälfte seiner Amtszeit. Seine Wiederwahl 2020, die bis vor wenigen Wochen noch als recht sicher galt, ist inzwischen offener denn je – vor allem, wenn es den Demokraten gelingt, einen starken Herausforderer oder Herausforderin zu nominieren. Dies, zumal Trumps Rückhalt in der eigenen Partei zuletzt deutlich sank. Trump hat für den Moment nichts zu verlieren und gerade dies macht ihn für die USA und die Welt gefährlicher denn je.

Konklusion:
Donald Trump geht politisch angeschlagen in die zweite Halbzeit seiner Präsidentschaft. Genau das macht ihn für die USA und die Weltgemeinschaft nur gefährlicher. Er hat im Moment nichts mehr zu verlieren.