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Fundamentale Analyse - USA

Die Kritik an der amerikanischen Notenbank reisst nicht ab. Dabei muss man den obersten Währungshütern der USA derzeit eine makellose Arbeit bescheinigen. Die US-Wirtschaft wächst trotz steigender Unsicherheiten weiter solide, die Arbeitslosigkeit ist zuletzt auf den tiefsten Stand seit fast 50 Jahren gesunken und die Inflation hat nach wie vor kein besorgniserregendes Niveau erreicht. Kurzum: Die Zinserhöhungen durch die Notenbank werden vom aktuellen Konjunkturumfeld in den USA gut weggesteckt. Auch der wahrscheinlich nächste Zinsschritt im Dezember sowie die derzeit prognostizierten drei Zinsschritte im kommenden Jahr hinterlassen sicher Spuren, sind u.E. aber notwendig, um eine deutliche Überhitzung der amerikanischen Wirtschaft zu vermeiden. US-Präsident Donald Trump geisselt die Zinspolitik des Fed seit Monaten als Fehler. „Ich denke, die Fed ist verrückt geworden.“ Ein schweres Geschütz des Präsidenten. Ginge es nach dem Willen des amerikanischen Staatsoberhauptes, sollte das Fed den Zinserhöhungszyklus zügeln. Eine Sichtweise, die fatalerweise auch von immer mehr prominenten Börsenkommentatoren aufgegriffen wird. Der Vorwurf: Das Fed nehme die sich abschwächende US-Wirtschaft nicht wahr, sie zerstöre die Wirtschaft durch ihre Zinserhöhungen, um sie später wieder zu retten, ist immer öfters zu hören. Die Forderung: Das Fed müsse über die Bücher und die aktuelle Lage neu bewerten, bevor sie die Wirtschaft mit weiteren Zinserhöhungen drangsaliere. Dass der US-Präsident nur bedingt Marktzusammenhänge versteht, beweist Trump mit seinem handelspolitischen Handeln seit Monaten. Er mag zwar mit seiner Kritik am internationalen Handelsgeschehen durchaus recht haben. Aber sein Weg zu mehr Gerechtigkeit im globalen Handel ist – gelinde gesagt – ein Irrweg. Dass der Präsident das Fed nun einspannen will, um die negativen Effekte seiner Handelspolitik abzufedern, überrascht nicht. Dass der Präsident aber zunehmend Unterstützung mit dieser Forderung findet, ist stark bedenklich. Denn letztlich stellt der US-Präsident mit seiner Kritik die Legitimation der Notenbank als unabhängige Geldhüter in Frage. Doch genau diese Unabhängigkeit ist für jede Marktwirtschaft von entscheidender Bedeutung. Würde sich das Fed also den präsidialen Wünschen beugen und im Dezember keine Zinserhöhung durchziehen, könnte dies erst recht eine extreme negative Marktreaktion nach sich ziehen. Denn damit würde das Fed signalisieren, auf ihre Unabhängigkeit zumindest inoffiziell zu verzichten. Dies wird das Fed jedoch mit aller Macht zu verhindern versuchen. Kurzum: Je vehementer Trump eine Pause im Zinserhöhungszyklus fordert, desto wahrscheinlich sind Zinserhöhungen. So dürfte das Fed versuchen, jeglicher Diskussion über ihre Unabhängigkeit den Boden zu entziehen.

Konklusion:
Wir können die Kritik an der amerikanischen Notenbank in keinster Weise nachvollziehen. Sie hält die US-Wirtschaft auf Kurs und lässt sich nicht für politische Zwecke einbinden.