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Fundamentale Analyse - USA

Der von US-Präsident Donald Trump initiierte globale Handelsstreit hat nach Ansicht von Ökonomen durchaus negative Folgen für die USA. Gemäss dem jüngst veröffentlichten Konjunkturbericht „Beige Book“ der amerikanischen Notenbank Fed hätten Unternehmen aufgrund der Handelskonflikte ihre Investitionen zurückgefahren oder verschoben. Die Auswirkungen der von Trump verhängten Schutzzölle seien bisher aber offenbar moderat, schreiben die Ökonomen der Notenbank weiter. Insgesamt überwiegen derzeit die positiven Aspekte der Trump‘schen Finanz- und Wirtschaftspolitik. Vor allem die Anfang Jahr beschlossene Steuerreform hat positive Effekte für die amerikanische Konjunktur, welche die negativen Auswirkungen durch den Handelsstreit mehr als kompensieren. Nachdem die US-Wirtschaft unter Präsident Barack Obama lange Zeit als blutleer galt, hat der politische Wechsel in Washington der Konjunktur in den USA deutlich Leben eingehaucht. Der Präsident der Notenbank von St. Louis, James Bullard, sagte jüngst, dass die Konjunktur von dem wirtschaftsfreundlichen Kurs der Regierung nachhaltig profitieren werde. Beflügelt von den Steuersenkungen war die amerikanische Wirtschaft im Frühjahr so kräftig gewachsen wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 4.2% – fast doppelt so schnell wie im ersten Vierteljahr. Im Gesamtjahr dürfte das US-BIP um mehr als 3% wachsen. Auch der befürchtete Inflationsanstieg scheint sich entgegen den Erwartungen nicht einzustellen, was den Druck auf das Fed, den Leitzins noch aggressiver zu erhöhen, deutlich verringert. Die Inflation verlangsamte sich im August überraschend auf 2.7% nach 2.9% im Juli. Analysten hatten mit einer Teuerung von 2.8% gerechnet. Auch die Kerninflation – ohne die schwankenden Energie- und Lebensmittelpreise – ging überraschend stark auf 2.2% von 2.4% im Juli zurück. Wir gehen jedoch weiter davon aus, dass die US-Notenbank den Leitzins noch während ein oder sogar zwei Jahren schrittweise anheben wird. Die Gefahr, dadurch die Konjunktur abzuwürgen, erscheint uns aufgrund der positiven Entwicklung der Fundamentaldaten eher gering. Darüber hinaus scheint die US-Regierung gewillt, die amerikanische Wirtschaft mit weiteren Steuererleichterungen zu verwöhnen. So brachten die regierenden Republikaner vor wenigen Tagen ein Paket aus drei Gesetzesvorschlägen in die Diskussion ein. Vorgesehen ist unter anderen, dass die persönlichen Einkommenssteuersätze dauerhaft auf dem im Dezember gesenkten Niveau bleiben. Ausserdem sollen neu gegründete Firmen ihre Anlaufkosten künftig in grösserem Umfang abschreiben können. Ob die Vorschläge allerdings erfolgreich den Kongress passieren, scheint gegenwärtig zumindest fragwürdig. Vor allem die Gefahr, dass neuerliche Steuergeschenke das Haushaltsdefizit weiter aufblähen könnten, dürfte selbst Republikaner verunsichern.
Konklusion:
Nach Jahren eines blutleeren Wachstums scheint die US-Wirtschaft nun wirklich neues Leben zu entwickeln. Die US-Steuerreform wirkt nachhaltig positiv auf die Konjunktur.