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Fundamentale Analyse - USA

Der schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und China hat die Börsen weltweit weiter fest im Griff. Zuletzt machten Gerüchte die Runde, dass die chinesische Führung im Rahmen ihrer Ankündigung, den Konflikt mit Amerika um „jeden Preis“ und „bis ans Ende zu gehen“ auch die Option erwäge, ihre wirtschaftlichen „Nuklearwaffen“ zu nutzen: Eine künstliche Abwertung des Yuan oder der massenhafte Verkauf von amerikanischen Schuldtiteln. China hält US-Staatsanleihen im Wert von USD 1.17 Billionen – ein Teilverkauf dieses Assets würde die Renditen der Schuldtitel steigen lassen und somit die Refinanzierungskosten der USA empfindlich erhöhen. Doch wie wahrscheinlich ist es überhaupt, dass China diese Waffen tatsächlich zücken wird? Auch wenn der mächtige chinesische Parteichef Xi Jinping nicht die Sprache der Mässigung und der Vernunft spricht. So erscheint es unserer Ansicht nach dennoch unwahrscheinlich, dass die Regierung in Beijing den Konflikt mit derart harten Bandagen austragen wird – auch wenn ein Restrisiko angesichts der ausgesprochenen Drohungen bleibt. Eine künstliche Abwertung des Yuan birgt u. E. grosse Risiken für den chinesischen Finanzplatz, derer sich auch die Entscheidungsträger in Beijing bewusst sein dürften. Bereits 2015 schockte eine kleine Abwertung des Yuan die chinesischen Kapitalmärkte und schickten sie über Monate auf eine ausgeprägte Talfahrt. Eine neuerliche Destabilisierung des Finanzplatzes kann und wird nicht im Interesse Beijings sein. Zudem würde eine künstliche Abwertung die Bemühungen Pekings zunichtemachen, den Yuan als internationale Reservewährung zu positionieren. Darüber hinaus gilt es als wahrscheinlich, dass die Kapitalflucht aus dem Land, die zuletzt deutlich abgenommen hatte, in Erwartung einer Abwertung des Yuan wieder deutlich zunehmen würde. Genau aus diesem Grund hat Peking auch im Jahr 2016 begonnen, seine Währung durch Stützungskäufe aufzuwerten, nachdem sie über das Jahr hinweg mit 7% so stark gefallen war wie in den vorangegangen zwei Dekaden nicht mehr. Auch der Verkauf amerikanischer Staatsanleihen gilt gegenwärtig als unwahrscheinlich. Denn damit würde die Regierung in Beijing ihre eigenen Bemühungen unterminieren, China als Verteidiger der auf Regeln basierenden internationalen Wirtschaftsordnung und als rationalen und verlässlichen Handelspartner zu positionieren. Sollte China die Regeln des ökonomischen Fairplays so öffentlich brechen, wäre der Ruf des Landes schwer beschädigt und es würde zu Recht dafür verdammt werden. Wir hoffen weiter auf eine diplomatische Lösung des Konfliktes. Denn wie selbst die US-Notenbank jüngst festhielt, ist ein Handelskrieg mit China ein Abwärtsrisiko für die amerikanische Wirtschaft. Bereits für das erste Quartal 2018 erwarten einige Notenbanker eine deutliche Wachstumsabkühlung. Und daran kann selbst US-Präsident Trump kein Interesse haben.
Konklusion:
Der drohende Handelskrieg zwischen den USA und China schwelt weiter. Ein Szenario, bei dem niemand gewinnen kann. Wir hoffen auf eine diplomatische Lösung.