Den amerikanischen Aktienmarkt scheint derzeit nichts bremsen zu können. Im Gegenteil sogar: Obwohl der Markt in diesem Jahr bereits ausgezeichnet gelaufen ist, konnte der S&P500 seine Aufwärtsbewegung jüngst nochmals beschleunigen und notiert mittlerweile bei unserem Kursziel von 2`650 Zählern. Und glaubt man den Wall-Street-Analysten, wird sich diese starke Aufwärtsbewegung auch im kommenden Jahr fortsetzen. Im Schnitt erwarten US-Analysten, dass der S&P500 bis Ende 2018 auf 2`800 Punkte steigen soll – die Optimisten rechnen sogar mit Indexständen um die 3`000er Marke. Die Rekordjagd geht also weiter und der US-Aktienmarkt macht sich auf, eine weitere Rekordmarke zu brechen. Sollten sich die Prognosen der US-Analysten bewahrheiten, dürfte der S&P500 die längste Hausse-Phase in seiner Geschichte verzeichnen. Gegenwärtig fehlen der im März 2009 begonnenen Rallye noch neun Monate, um die bisherige Bestmarke der Dotcom-Ära zwischen 1990 bis 2000 zu toppen. Die Gründe für den Optimismus liegen auf der Hand. Der globale Aufschwung hat in der Breite an Schwung gewonnen und entwickelt sich so stark wie seit einer Dekade nicht mehr. Für das Jahr 2018 rechnen Analysten mit einem zweistelligen prozentualen Gewinnwachstum der im S&P500 notierten Unternehmen. Einen zusätzlichen Schwung erhoffen sich viele zudem von der geplanten Steuerreform. Die Analysten der UBS sehen in diesem Fall sogar ein Aufwärtspotenzial im S&P500 bis 3`300 Zähler. Die Analysten von Goldman Sachs halten es für möglich, dass der US-Aktienmarkt im besten Fall die Rallye um bis zu drei Jahre verlängern kann. Wir müssen anerkennen, dass wir mit unserer pessimistischen Sicht auf die US-Märkte mittlerweile isoliert dastehen. Klassische Bewertungskriterien scheinen im gegenwärtigen Umfeld keine Rolle mehr zu spielen. Das Shiller P/E für den S&P500 ist mittlerweile auf über 32x gestiegen – das ist der zweithöchste jemals registrierte Wert. Nur während der Übertreibungen der Dotcom-Ära lag die Ratio mit maximal 44x noch höher. Im Schnitt der letzten gut 130 Jahre lag diese Bewertungskennziffer bei 16.8x. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Gewinnschätzung für die kommenden zwölf Monate liegt aktuell bei über 25x. Im historischen Schnitt liegt die Masszahl bei 15.6x. Die Anzeichen, dass der Markt bereits massiv überbewertet ist und droht, eine massive Blase auszubilden, sind unserer Ansicht nach vorhanden. Stutzig macht uns vor allem der überbordende Optimismus der Analysten. Derzeit rechnet kein Vertreter der Wall-Street-Häuser mit einem Rückgang. Es erinnert uns alles an die Lage Anfang 2008, als sich Analysten nach einem eher enttäuschenden 2007 (+3.5%) ebenfalls sehr optimistisch äusserten. Bis zu 11% könne der Markt steigen, so die damaligen Prognosen. Am Ende des Jahres 2008 lag der S&P500 jedoch 40% im Minus.
Konklusion:
Wir halten an unserer Ansicht fest: Der US-Markt ist massiv überbewertet und der Realität weit vorausgelaufen. Die nun durchgewunkene Steuerreform hellt das Bild aber etwas auf.