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Fundamentale Analyse - USA

Die amerikanische Notenbank Fed hat uns mit ihren Ausführungen im Anschluss an die jüngste Zinssetzung überrascht. Zwar beliessen die Notenbanker den Leitzins auf dem bisher gültigen Band zwischen 1.0% bis 1.25%. Bezüglich des Bilanzabbaus und der künftigen Zinspolitik gaben sich die Mannen um Chefin Janet Yellen teilweise ungewohnt scharf.
Bilanzabbau – Der Beginn einer neuen Ära
Das Fed beginnt ab Oktober mit dem Abbau der auf gut USD 4‘200 Milliarden aufgeblähten Bilanz. Vereinfacht gesagt wird die US-Notenbank auslaufende Zinspapiere nicht mehr oder in einem abnehmenden Umfang durch Neukäufe ersetzen. Dabei soll das Tempo dieser Reduktion über die Zeitachsen anwachsen. Um Verwerfungen an den Märkten bereits im Keim zu ersticken, werde das Fed mit viel Umsicht vorgehen. In den letzten Jahren hat die expansive Geldpolitik die Risiken an den Märkten markant gedämpft. Dieser Effekt wird mit dem Fortschritt des Bilanzabbaus tendenziell geringer. Entsprechend könnten vor allem Aktien und Anleihen mit einem höheren Kreditrisiko unter Druck geraten. Ob das geldpolitische Experiment – und nichts anderes ist der Bilanzabbau – gelingt, ist derzeit nicht absehbar. Es gibt schlicht keine Blaupause für diesen Abbauprozess. Wir hatten angesichts der konjunkturellen Lage der USA (Auswirkungen der Hurrikans, maue Konjunkturdaten) und des anstehenden Wechsels an der Spitze der Fed erst Ende des Jahres mit dem Beginn des Prozesses gerechnet.
Zinsschritt – Fed wird etwas aggressiver
Die vergleichsweise aggressive Tonalität der Fed punkto Zinserhöhungen hat uns hingegen weit mehr überrascht. Dass das Fed bis Ende des Jahres den Leitzins nochmals um 25 Basispunkte auf dann 1.25% bis 1.5% erhöhen will, überrascht uns nicht. Hingegen schlägt das Fed bei ihrem Zinsausblick für 2018 eine etwas aggressivere Tonart an als wir erwartet hatten. Das Fed bestätigte, dass 2018 drei weitere Zinsschritte folgen sollen. Wir hatten mit lediglich zwei Schritten gerechnet. 2019 will das Fed das Tempo hingegen etwas drosseln und sieht nur noch zwei anstelle der prognostizierten drei Schritte. Der dritte Schritt soll dann 2020 folgen. Unter der Voraussetzung, dass das Fed die Zinsschritte um je 25 Basispunkte vollzieht, würde der Leitzins im Jahr 2020 bei 3.00% bis 3.25% liegen.
Die gegenwärtige Konjunkturentwicklung in den USA rechtfertige diese Zinspolitik. Zwar rechnet das Fed, dass die Hurrikansaison das Wachstum kurzfristig belastet. Der Wiederaufbau der Region dürfte jedoch zu einer Art Sonderkonjunktur führen. Die Wirtschaftsleistung soll dieses Jahr um 2.4% zunehmen und nächstes Jahr um 2.1%. Zugleich soll sich die Kerninflation auf 1.5% in diesem und 1.9% im nächsten Jahr stabilisieren.
Konklusion:
Die Entscheidung des Fed spricht für ein ungebrochenes Vertrauen in die US-Konjunktur. Kurzfristig rechnen wir vor allem auf den Devisenmärkten mit Bewegung (Ende der Dollar-Schwäche).