
Warenhäuser geraten immer stärker unter Druck
Mit Macy‘s droht die nächste US-Warenhauskette von der Covid-19-Pandemie bzw. aufgrund der Eindämmungsmassnahmen hart getroffen zu werden. Die Konzernleitung kündigte vor wenigen Tagen an, dass der Konzern per Ende des ersten Quartals 2020/21 (Anfang Mai) einen Betriebsverlust von USD 905 Millionen bis USD 1.1 Milliarden ausweisen wird. Im Vorjahreszeitraum hatte Macy‘s noch einen operativen Gewinn von USD 200 Millionen geschrieben. Es ist die nächste Hiobsbotschaft aus der amerikanischen Detailhandelswelt. Die stark auf das klassische Brick-and-Mortar-Business ausgelegten Ketten kämpfen seit Jahren gegen den zunehmenden Bedeutungsverlust – die Welt shoppt online. Die gesamte Branche verzeichnet seit Jahren sinkende Umsätze. Ein Trend, der durch die Pandemie nochmals – und vor allem nachhaltig – beschleunigt wird. Binnen weniger Wochen haben gleich drei grössere Detailhandelsketten bzw. Modehändler Gläubigerschutz gemäss Chapter 11 beantragt: J. Crew, Neiman Marcus und J. C. Penney. Bereits seit Oktober 2018 befindet sich die Traditionskette Sears unter dem Chapter 11-Schutzschirm – bisher verläuft die Restrukturierung des Unternehmens aber bestenfalls schleppend. Gemäss einer Untersuchung der Ratingagentur Fitch haben in den vergangenen 15 Jahren insgesamt 50 Detailhändler Gläubigerschutz beantragt – gut die Hälfte von ihnen überlebte dies nicht. Die Analysten der UBS malen ein düsteres Bild. Sie erwarten, dass in den USA bis zum Jahr 2025 rund 100‘000 Läden schliessen werden. Vor allem Warenhäuser mit einem grossen, wenig spezialisierten Angebot, welche wenig Glanz und Charme versprühen, dürften unter Druck geraten. Zumal bei vielen dieser Anbieter der Online-Verkaufskanal noch unterentwickelt ist. In den USA werden die Detailhändler wie Macy‘s oder JC Penney unter dem Begriff des «Department Stores» zusammengefasst. Sie verbuchten im April gemäss statistischen Daten einen Umsatzrückgang von 28.9%, während der Einzelhandel gesamthaft nur ein Minus von 16.4% verbuchte. Wir weisen seit nunmehr mehreren Jahren auf den Bedeutungsverlust der Branche hin. Entsprechend empfehlen wir Aktien aus dem US-Detailhandelsbereich mehrheitlich zum Verkauf. Aber es gibt Ausnahmen: Walmart oder Nike haben frühzeitig und mit viel Kapital den Online-Vertriebskanal mit Erfolg auf- und ausgebaut. Zudem wurden die Stores auch optisch aufpoliert, um den Kunden zumindest ein gutes Gefühl beim Shoppen zu geben.
Konklusion:
Wir raten von Investments in das klassische Brick-and-Mortar-Geschäft ab. Anleger sollten sich auf Anbieter mit einem starken Online-Arm fokussieren.