Der Börsengang der Schweizer Pharmafirma scheint auf reges Interesse auf Seiten der Anleger zu stossen. Die Nachfrage sei bis jetzt sehr ordentlich und deute auf einen guten Start hin, heisst es auf dem Börsenparkett. Andere Stimmen sagen, dass das IPO bereits überzeichnet sei. Allerdings läuft der Bookbuilding-Prozess noch bis 14. Mai, womit noch kein abschliessendes Urteil gefällt werden kann. Am 15. Mai soll der Anteilsschein erstmals an der Schweizer Börse (ISIN CH0106213793) gehandelt werden. Aus unserer Sicht ist die Angebotsspanne von CHF 30 bis CHF 40 attraktiv. Sollte der Preis am oberen Ende der Spanne liegen, würde Polypharma an der Börse mit CHF 410 Millionen bewertet (inkl. Greenshoe). Wie vom Parkett zu hören ist, sei ursprünglich eine Kapitalisierung von bis zu CHF 500 Millionen angepeilt worden. Angesichts des schwierigen Börsenumfelds habe man bei Polyphor jedoch Abstriche zugestanden. Angesichts dessen seien die Altaktionäre bereit gewesen, die Aktie zu einem tieferen Preis zu platzieren. Polyphor will die Emissionserlöse in Höhe von CHF 100 Millionen bis CHF 150 Millionen v.a. für die Weiterentwicklung der bestehenden Produktepipeline verwenden. Dabei dürfte der Fokus auf zwei Produkte liegen. Am weitesten fortgeschritten ist das Antibiotikum „Murepavadin“ (Antibiotika gegen gramnegative Bakterien) zur Behandlung von im Krankenhaus erworbenen Lungenentzündungen, die in bis zu 40% der Fälle tödlich verlaufen. Allein für diese Indikation rechnet Polyphor mit einem Marktpotenzial von USD 2 Milliarden bis USD 3 Milliarden. Zusätzliches Marktpotenzial besteht in der Entwicklung einer inhalierbaren Formulierung. Murepavadin befindet sich derzeit in der klinischen Studien-Phase III. Der zweite Produktkandidat ist der Wirkstoff „Balixafortide“, welcher zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt werden und dabei die Wirkung von Chemotherapie verstärken soll. Gemäss Polyphor habe der Wirkstoff gute Ergebnisse in einer Phase 1b/ klinischen „Proof-of-Concept“-Studie erbracht. Die US-Gesundheitsbehörde habe dem Medikament die Möglichkeit eines beschleunigten Zulassungsverfahrens gewährt. Polyphor hofft auf eine Marktzulassung der ersten beiden Arzneien im Jahr 2021. Aus unserer Sicht ist Polyphor eine spannende Story. Allerdings handelt es sich beim Pharmakonzern um ein Hochrisiko-Investment, welches nur für Anleger mit einer hohen Risikotoleranz geeignet ist. Das Unternehmen wird u.E. noch auf Jahre hin Verluste schreiben. Zudem sind die beiden Hauptpräparate zwar aussichtsreich, aber haben eben noch nicht den Status zugelassener Präparate. Schlechte Studienergebnisse würden die Story entsprechend in sich zusammenbrechen lassen. Dennoch dürfte das Interesse an Polyphor insgesamt hoch sein, da – wie wir bereits mehrfach geschrieben haben – sich risikofreudige Investoren im Pharma/Biotech-Segment zunehmend auf junge Unternehmen fokussieren, die kurz vor der Lancierung der ersten Präparate stehen.
Konklusion:
Anleger, welche hohe Risiken in ihren Portfolios schultern können, sollten am IPO des Schweizer Pharmaunternehmens partizipieren. Polyphor ist eine hochinteressante Pharmastory.