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Jahr 2023
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Jahr 2022

Fundamentale Analyse - Schweiz

Jüngste Zahlen stärken unseren Optimismus
Mit Blick auf die Schweizer Konjunktur haben wir in den zurückliegenden Monaten nach und nach unseren Pessimismus abgelegt und blicken mittlerweile wieder vergleichsweise optimistisch in die Zukunft. Der Frankenschock, der das Wachstum 2015 noch deutlich hemmte, ist, wie wir erwartet haben, überwunden. Darauf deuten die jüngsten Konjunkturdaten hin. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um starke 0.6%, nach einem Plus von 0.3% im ersten Quartal 2016. Gegenüber dem zweiten Quartal 2015 hat die Schweizer Wirtschaftsleistung um beachtliche 2% zugelegt. Im Schnitt hatten Ökonomen nur mit einem BIP-Wachstum von 0.4% im zweiten Jahresviertel gerechnet. Ronald Indergand, Leiter des Ressorts Konjunktur im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), sprach von «ermutigenden Zeichen», da das Wachstum breit aufgestellt sei und keine Branche mehr eine grössere Belastung für die Schweiz sei. Aus unserer Sicht sind die jüngsten BIP-Zahlen rundum gut und eröffnen die berechtigte Hoffnung auf ein BIP-Wachstum von 1.5% auf Jahressicht. Womit die Schweiz ihr Potenzialwachstum von rund 2% nach dem Schock 2015 bereits fast wieder ausgereizt hat. Ursprünglich hatten wir lediglich mit einem BIP-Anstieg von gut 1% gerechnet. Positiv ist vor allem, dass der Schweizer Aussenhandel wieder einen merklichen Wachstumsbeitrag liefern konnte – dies belegt unsere seit gut einem Jahr vertretene These, dass der Frankenschock Ende 2015 den Höhepunkt erreicht haben dürfte. Ein Fragezeichen hat sich im zweiten Quartal jedoch hinter dem Privatkonsum gebildet – dieser stagnierte, nachdem er sich in den Vorquartalen stets als kräftige Stütze der Schweizer Konjunktur erwies. Wir sehen dies jedoch als temporären Effekt. Fakt ist zwar, dass die nachlassende Zuwanderung, der steigende Einkaufstourismus und die voraussichtlich wenig berauschende Entwicklung bei den Reallöhnen die Kauffreude der Konsumenten trüben. So ist der jüngste UBS-Konsumindikator beispielsweise um 0.11 Punkte auf 1.32 Indexpunkte im Juli gestiegen. Allerdings wurde der Vormonatswert von 1.34 auf 1.21 Punkten nach unten revidiert, so dass die Verbesserung auf einem deutlich tieferen Niveau geschah. Die Revision sei nötig gewesen, da die Zahl der Hotelübernachtungen von Inländern wesentlich tiefer als erwartet ausgefallen war. Im Berichtsmonat Juli hätten hingegen die überdurchschnittlichen Automobilverkäufe positiv herausgestochen. Der UBS-Konsumindikator soll mit einem Vorlauf von ein bis drei Monaten auf die offiziellen Zahlen die Entwicklung des Privatkonsums in der Schweiz anzeigen.
Konklusion:
Die Wirtschaft erscheint in einem gesamthaft sehr robusten Bild. Wir gehen davon aus, dass das BIP-Wachstum auf Jahressicht am oberen Ende des Zielkorridors von 1% bis 1.5% stehen wird.