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Fundamentale Analyse - Schweiz

Es gibt Grund zur Hoffnung auf bessere Zeiten
Die Schweizer Wirtschaft steckt nach einem Jahr Corona-Pandemie und dem aktuell zweiten Lockdown weiter im Tal der Tränen. Die Industrieproduktion ist auch in Q4/2020 geschrumpft. Zwischen Oktober und Dezember sank die Produktion im Vergleich zur Vorjahresperiode um 3.1%, womit sich im Gesamtjahr 2020 der Produktionsrückgang des sekundären Sektors auf 3.3% belief. Die Umsätze sanken um 5.2%. Die grössten Produktions- und Umsatzrückgänge verbuchten die Branche „Textilien und Bekleidung“ (-16.3%/-16.7%), der Maschinenbau (-15.6%/-15.6%) sowie die Branche „Datenverarbeitungsgeräte und Uhren“ (-15.6%/-15.5%). Die grössten Zuwächse registrierten die Pharmaindustrie (+6.9%/+2.4%) und der Tiefbau (+3.7%/+4.0%). Und es gibt weitere Lichtblicke. Denn die Minusraten haben sich trotz erneuter pandemiebedingter Einschränkungen von Monat zu Monat verbessert. Sank die Industrieproduktion im Oktober noch um 7%, waren es im Dezember nur noch 1.0%. Es scheint, als ob sich die Wirtschaft Schritt für Schritt aus der Krise herauskämpft. Darauf deuten auch die jüngsten Zahlen zum Export im Januar hin. Diese stiegen – nach einem erneuten Rückgang im Dezember – im Januar gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 5.4% auf CHF 18.86 Milliarden an. Damit hinkt die Exportwirtschaft weiter den Spitzenwerten der Vor-Corona-Zeiten hinterher, als sich die Exporte auf zeitweise mehr als CHF 20 Milliarden summierten. Allerdings haben sich die Exporte mittlerweile auch deutlich von den Tiefständen zum Höhepunkt der ersten Corona-Welle erholt. Damals waren die Exporte auf CHF 16 Milliarden gefallen. Kurzum: Die Schweizer Wirtschaft scheint sich von den historischen Einbrüchen 2020 zu erholen und dürfte 2021 – sofern es keine neuerlichen Rückschläge im Kampf gegen die Corona-Pandemie gibt – wieder in robuste Wachstumsmuster zurückfinden. Wir rechnen etwa ab Ende des zweiten Quartals 2021 mit einer deutlichen Beschleunigung des Schweizer Wachstumskurses, welche danach Schritt um Schritt an Tempo gewinnen und 2022 den Höhepunkt erreichen sollte. Vor diesem Hintergrund bereitet uns auch die deutlich gestiegene Arbeitslosenquote in der Schweiz nur temporär Kopfschmerzen. Diese stieg im Januar auf 3.7%. Rund 170‘000 Menschen sind in der Schweiz gegenwärtig arbeitslos gemeldet – gut 48‘000 mehr als vor 12 Monaten. Und die kurzfristigen Aussichten sind nicht gut. Denn der zweite, laufende Lockdown dürfte nochmals für einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen sorgen. Dies dürfte zwar kurzfristig die Konsumlaune der Menschen belasten. Sofern das Re-opening der Wirtschaft infolge der Impffortschritte gegen Covid-19 Wirkung zeigt, dürften die Menschen vieles von dem nachholen, auf das sie in einem Jahr Corona-Pandemie verzichten mussten. Restaurantbesuche, Kinobesuche, Reisen, Shopping, die Industrie usw. werden boomen, was wiederum neue Arbeitsplätze schaffen wird und die Arbeitslosenquote sinken lässt.

Konklusion:
Noch ist die konjunkturelle Lage in der Schweiz getrübt. Dennoch ist Schwarzmalerei nicht angebracht. Die Fortschritte bei den Covid-19-Impfungen öffnen das Fenster für einen Konjunkturschub.