+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

Fundamentale Analyse - Schweiz

Der Start in die Berichtssaison für das zweite Jahresviertel fiel durchwachsen aus. Nach den Jubelgesängen der Anleger im ersten Halbjahr droht nun der Wind zumindest temporär zu drehen. Denn das Bewertungsniveau von Schweizer Aktien ist durch die Bank weg als sehr ambitioniert zu beurteilen. Das gängigsten Bewertungskriterium, das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Unternehmensgewinne der kommenden 12 Monate, liegt für die Unternehmen aus dem Swiss Performance Index aktuell bei fast 18x und rangiert damit mittlerweile doch recht deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen 25 Jahre von 15.6x. Ob die anlaufende Berichtssaison wirklich ein Lackmustest für den Schweizer Aktienmarkt wird, kann derzeit noch nicht abschliessend geklärt werden. Denn sollten die US-Notenbank Fed und die EZB bereits an ihren kommenden Zinssitzungen neue geldpolitische Impulse aussenden (Senkung des Leitzinses in den USA, ein neues QE in Europa), dürfte eine schlechte verlaufende Berichtssaison in der Breite nicht ins Gewicht fallen. Im Gegenteil: Es könnte sogar die Fantasie weiterer geldpolitischer Stimuli in der zweiten Jahreshälfte 2019 ankurbeln. Grundsätzlich erwarten wir, dass konjunktursensitive Unternehmen tendenziell am unteren Ende der Erwartungen oder sogar tiefer abschneiden werden. Die Gewinnwarnung von Klingelnberg war ein deutlicher Warnschuss. Zudem scheinen auch die Rahmenbedingungen für Unternehmen aus der chemischen Industrie (Sika oder Clariant) schwieriger zu werden. Die Gewinnwarnung des deutschen Branchenriesen BASF dar als schlechtes Omen für die gesamte Industrie gewertet werden. Vor diesem Hintergrund könnte die starke Outperformance von Lonza (ytd: +31%) auf einem sehr dünnen Fundament stehen. Auf der Kippe zur Enttäuschung dürften auch die Zahlen von Halbleiter-Unternehmen wie AMS, U-Blox oder auch VAT stehen. Die Skepsis auf Seiten der Anleger ist gross, wie die teilweise sehr hohen Shortpositionen auf die Titel aus diesem Sektor zeigen. Besonders kritisch ist dabei, dass die erwähnten Aktien im Verlauf dieses Jahres eine markante Outperformance abgeliefert haben. AMS verzeichnete Kurszuwächse von temporär mehr als 65%. Entsprechend dürften die Kurse im Falle enttäuschender Quartalszahlen in die Tiefe rauschen. Aber nicht nur aus der zweiten Börsenreihe drohen Enttäuschungen. Uns sorgt vor allem der Blick auf den Personaldienstleister Adecco. Wir werten die jüngste Kursschwäche, in der die Aktie bereits gut die Hälfte der diesjährigen Kursgewinne wieder abgab, als negatives Omen. Denn es scheint uns wahrscheinlich, dass Adecco im zweiten Quartal mit einem negativen Wachstum enttäuscht. Bei anderen SMI-Highflyern machen wir uns gegenwärtig weniger Sorgen. Nestlé, Novartis und Roche, die drei tragenden Säule der starken SMI-Performance, dürften robuste Zahlen liefern und habe u.E. sogar das Potenzial, mit positiven Ausblicken zu überraschen.

Konklusion:
Bereits haben einige Unternehmen mit Gewinnwarnungen die Stimmung deutlich gedämpft. Negative Überraschungen drohen v.a. von konjunktursensitiven Unternehmen.