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Fundamentale Analyse - Notenbanken

Klimawandel als Auslöser einer Finanzkrise
Der „schwarze Schwan“ ist in der Finanzwelt mittlerweile kein Unbekannter mehr – er steht für ein unvorhergesehenes Ereignis, welches massive Verwerfungen in der Finanzwelt und der globalen Wirtschaft auslösen kann. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und die französische Notenbank haben im Rahmen einer Studie nun einen neuen Begriff ins Leben gerufen: Der „grüne Schwan“! Der Klimawandel, insbesondere die Zunahme und Intensität extremer Wetterereignisse könnte nicht vorhersehbare Konsequenzen und unumkehrbare finanzielle Verluste auslösen, schreiben die Studienautoren. Der grosse Unterschied ist, dass der „grüne Schwan“ anders als der „schwarze Schwan“ mit einer relativ hohen Sicherheit dereinst eintreffen wird. Nur die Ausmasse und Auswirkungen dieses Ereignisses sind gegenwärtig kaum abschätzbar. Das BIZ schreibt hierzu: „Der Klimawandel könnte die Ursache für die nächste systemische Finanzkrise sein.“ Sollte die Erderwärmung irreversible Niveaus überschreiten, könnte es zu katastrophalen Auswirkungen kommen, die die Schätzung der finanziellen Schäden unmöglich mache. Und die Studienautoren sehen mit Blick auf den Klimawandel derzeit kaum Licht am Ende des Tunnels. Die Welt verliere den Kampf gegen den Klimawandel, heisst es warnend. Die Banque de France und die BIZ raten zu einer engeren Zusammenarbeit der Notenbanken mit anderen gesellschaftlichen Institutionen und der Privatwirtschaft. So sollte die EZB beispielsweise ihre Vorschriften für zulässige Sicherheiten überarbeiten, denen Geschäftsbanken für Zentralbankkredite unterstehen. Zugleich könne die EZB prüfen, inwieweit sie überschüssige Währungsreserven in Green Bonds investieren könne. Eine „grüne Geldpolitik“, in der die EZB im Rahmen ihrer Wertpapier-Kaufprogramme vor allem grüne Anleihen kauft, lehnen die Studienautoren hingegen ab. Dies könne zu verzerrenden Effekten führen. Auch wir sind gegen eine „grüne Geldpolitik“ durch die EZB – die Geldpolitik sollte sich am Grundsatz der Marktneutralität orientieren, was durch eine grüne Geldpolitik aber gefährdet ist. Darüber hinaus ist es nicht Aufgabe der Europäischen Zentralbank, sich auch noch in politisch-gesellschaftliche Themen proaktiv einzubringen – dies überschreitet unserer Ansicht nach das Mandat der Zentralbank bei weitem. Zudem befürchten wir, dass grüne Investitionen und Kredite ungeachtet von ihren Risiken pauschal privilegiert werden, was ebenfalls zu Verzerrungen und damit zu einer Finanzkrise führen kann. Dennoch ist zu befürchten, dass die EZB im Sinne ihrer diesjährigen Strategieüberprüfung den Klimawandel als zentralen Handlungspunkt definiert. Bei Fidelity ist man sich sicher: Die EZB suche nach Alternativen, um im Rahmen ihrer ultralockeren Geldpolitik neue solide Anleihen zu kaufen. Da sei „Green QE“ ein willkommener Vorwand, heisst es!

Konklusion:
Wir sprechen uns grundlegend gegen eine „grüne Geldpolitik“ durch die EZB aus. Dies würde das Mandat der Notenbank übersteigen und zu Verzerrungen führen.