+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

Fundamentale Analyse - Nasdaq

Die kräftige Korrektur an der amerikanischen Technologiebörse in der vorangegangenen Berichtswoche dürfte so manchen Anleger auf dem falschen Fuss erwischt haben. Zwischenzeitlich wurden USD 1.8 Billionen an Börsenwert vernichtet. Dennoch kam der Ausverkauf keineswegs überraschend. Denn in den Vorwochen hatte sich der Markt für US-Techwerte – angetrieben von den Big Shots der Branche – regelrecht aufgebläht. Wir warnen daher bereits heute, dass der jüngste Ausverkauf lediglich ein Vorgeschmack darauf sein könnte, wenn Anleger ihre langfristigen Favoriten in diesem Bereich überdenken. Diese Favoriten wie Apple, Facebook, Microsoft, Alphabet oder Tesla waren die Hauptantriebsfedern der jüngsten Hausse, entsprechend hart wurden diese Aktien von der Verkaufswelle getroffen. Dennoch sehen wir im Moment keinen Grund, um bereits mit gross angelegten Umschichtungen auf das zwischenzeitliche Donnergrollen an der Nasdaq zu reagieren. Noch sehen wir die jüngsten Kursverluste als gesunde Konsolidierung, um den heiss gelaufenen Markt etwas abzukühlen. Es war bildlich gesprochen eine kalte Dusche an einem heissen Sommertag. Seit dem Coronatief Mitte März hat der Nasdaq-Index in der Spitze 78% zulegen können und steht damit an der Spitze im Vergleich zu anderen gängigen Indizes in den USA und Europa – und dies mit Abstand. Zugleich zeigte sich während des jüngsten, kurzfristigen Ausverkaufs, dass die Verkaufswelle im Techbereich andere Sektoren zwar gestreift, aber keineswegs in die Tiefe gerissen hat. Aktien aus konjunkturabhängigeren und zyklischeren Sektoren entwickelten sich erfreulich stabil, womit uns das generelle Rückschlagspotenzial oder das Risiko eines Aktienmarktcrash aus dem Nichts sehr begrenzt erscheint. Das grösste Risiko für einen neuerlichen Crash sehen wir vor allem darin, dass sich die Hoffnungen auf einen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 noch in diesem Jahr endgültig zerschlagen sollten. Gerne verweisen Kritiker darauf, dass selbst nach dem Taucher die Aktien aus dem Nasdaq noch immer sehr hoch bewertet sind. Aktuell werden die Titel mit einem KGV auf Basis der in den kommenden zwölf Monaten erwarteten Gewinnen mit fast 30x bewertet. Aber von Verhältnissen wie im Jahr 2000, als das durchschnittliche KGV bei 165 lag, sind wir noch Meilen entfernt. Zumal die Aussagekraft des KGV unserer Meinung nach mittlerweile stark beschränkt ist. Angesichts des wahrscheinlich auf Jahre zementierten Nullzinsumfelds, der Eingriffe der Notenbanken an den verschiedenen Märkten in bisher ungeahntem Umfang und des sich dadurch verschärfenden Anlagenotstands, erscheinen uns historische KGV-Vergleiche zunehmend irrelevant. Man wird sich noch an deutlich höhere Bewertungen gewöhnen müssen. Anleger sollten sich von diesen kurzfristigen Verwerfungen nicht beirren lassen. Bereits in den letzten fünf Jahren sackte die Nasdaq mehrfach um 10% bis 12% ab, um von dort aus eine mehrmonatige Rallyephase zu starten, in welcher die Nasdaq im Schnitt 20% zulegte.

Konklusion:
Die jüngsten Verwerfungen an der Nasdaq waren zwar schmerzhaft. Aber sie waren auch nichts Ungewöhnliches. Es war ein abkühlendes Gewitter nach einem heissen Tag. Mehr noch nicht!