
Seit Ende der 1990er Jahre steigt die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien stetig und der wirkliche Boom könnte der Branche in der neuen Dekade erst noch bevorstehen. Handy, kabellose Kopfhörer, Laptops, Energiespeicher oder Elektroautos – für alle diese Produkte ist die Batterietechnologie fundamental. Vor allem die Mobilitätswende – weg vom Verbrennungsmotor hin zum Elektroantrieb – wird den Wachstumstakt der Branche in den kommenden Jahren vorgeben.
Die Autoindustrie wird Milliarden US-Dollar in die Elektromobilität investieren – gesamthaft dürfte die Branche bis zu USD 300 Milliarden locker machen. Bis 2030 sollen schon über 80% der Lithium-Ionen-Batterien in Autos verbaut werden, heute sind es gut 60%. Zugleich sollen die Produktionskapazitäten für Lithium-Ionen-Batterien von 160 Gigawattstunden Ende 2018 auf mindestens 1‘200 Gigawattstunden im Jahr 2030 ausgebaut werden. Und dies erscheint eine noch konservative Prognose. Die Unternehmensberater von McKinsey sehen für die Lithium-Ionen-Batterie-Branche ein noch viel grösseres Wachstum in der neuen Dekade voraus. Gemäss deren Prognosen wird der Lithium-Ionen-Markt am Ende der 2020er Jahre neunzehnmal grösser sein als heute. Angesichts dessen ist es kein Wunder, dass der Kampf um Marktanteile längst begonnen hat und wahrscheinlich in den kommenden Jahren noch sehr aggressiv geführt werden dürfte – auch an der Börse. Die Nachricht, dass der auf Micro-Lithium-Ionen-Batterien spezialisierte Hersteller Varta die hohe Nachfrage nicht gänzlich befriedigen könne und grosse Kunden daher auf Konkurrenzprodukte zurückgegriffen hätten, liess den Aktienkurs von Varta massiv einbrechen. Der drohende Verlust von Marktanteilen liess bei den Anlegern die Alarmglocken läuten. Im Bereich der grossen Lithium-Ionen-Batterien haben sich vor allem asiatische Unternehmen wie LG Chem, Samsung SDI oder Branchenprimus CATL sehr früh positioniert. Doch auch in den USA und Europa wachsen starke und konkurrenzfähige Wettbewerber heran. Tesla verfügt in Nevada mittlerweile über die grösste Produktionsstätte der Welt – muss sich aber hinter CATL und LG Chem mit dem dritten Platz in der Branche zufriedengeben. Und in Europa sorgt das norwegische Unternehmen Northvolt mit dem geplanten Bau von zwei Gigafactories für Furore. Und auch zahlreiche Autohersteller planen in Zusammenarbeit mit Partnern den Aufbau von Produktionsstätten. Diese Ausbaupläne werden auch auf den Bergbausektor grosse Wirkung haben. Denn sollten die Ausbaupläne alle realisiert werden, dürfte sich die Nachfrage nach Graphit oder Lithium in den kommenden Jahren um den Faktor sieben bis acht erhöhen. Bei Nickel dürfte es noch viel mehr sein. Um diese Nachfrage befriedigen zu können, wird die Minenbranche in den kommenden Jahren massiv investieren müssen. Beobachter sprechen von bis zu USD 100 Milliarden, allein um die steigende Nachfrage aus der Autoindustrie in den kommenden zehn Jahren zu befriedigen.
Konklusion:
Batteriehersteller, Autoproduzenten, Bergbaukonzerne – die Wende hin zur Elektromobilität kennt viele Gewinner. Wir fokussieren uns gegenwärtig auf Batteriehersteller wie Varta oder Samsung SDI.