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Jahr 2025
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Jahr 2024
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Jahr 2023
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Jahr 2022

Fundamentale Analyse - Italien

Italien scheint die fast zehnjährige Krise endlich hinter sich lassen zu können. Nach Jahren der Kontraktion scheint die italienische Wirtschaft endlich wieder auf den Wachstumskurs zurückgefunden zu haben. Die Handels- und Industriekammer Confindustria hat ihre BIP-Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 1.5% nach oben revidiert. Auch wenn es zum Vergleich mit anderen Krisenländern ein eher mageres Wachstum ist, ist es dennoch ein Wachstum. Und die Vorzeichen sind gut, dass die Wirtschaft weiter an Schwung gewinnen kann. Fast alle Konjunktur- und Stimmungsdaten deuten eine Expansion an. Die industrielle Produktion steigt ebenso wie die Investitionen. Zudem wächst der private Konsum seit 2013 kontinuierlich, wenn auch langsam. Auch die Exporte brummen: Diese liegen bereits gut 15% über dem Vorkrisenniveau und machen gut einen Drittel des BIP aus. Unternehmen und Private blicken gleichermassen optimistisch in die nähere Zukunft. Auch die Angst vor einer Rückkehr der Bankenkrise scheint nach der erfolgreichen Rettung u.a. der Monte dei Paschi di Siena wie verflogen. Letztere feierte jüngst ihr Comeback aufs Mailänder Börsenparkett. Allein im Juni dieses Jahres konnten italienische Finanzinstitute das Gesamtvolumen fauler Kredite um 10% auf noch EUR 173 Milliarden reduzieren. Zum Vergleich: Gemäss Angaben der Europäischen Zentralbank sassen die Banken der Eurozone Ende des zweiten Quartals noch auf ausfallgefährdeten Krediten in Höhe von EUR 844 Milliarden. Pier Carlo Padoan, Finanzminister Italiens, sah darin sogar bereits einen Wendepunkt in der Krise. Allein die Grossbanken werden zwischen Ende 2017 bis Anfang 2018 ihre Problemkredite um weitere EUR 60 Milliarden abbauen, so der Minister. Dennoch sollten sich Anleger nicht blenden lassen. Vor allem der Finanzsektor ist weiter in einer labilen Verfassung. Anfang Oktober warnte beispielsweise die kleinere italienische Bank Carige, dass bei einem Scheitern ihrer Kapitalpläne die Abwicklung des Unternehmens drohe. Auch die Ratingagentur Moody‘s sieht die Lage Italiens keineswegs rosarot. Das Land müsse endlich eine Lösung für das Bankenproblem finden. Zudem steigt die Staatsverschuldung unverdrossen weiter. Im Juni dieses Jahres belief sie sich auf EUR 2281 Milliarden, was einer Schuldenquote von 133% des BIP entspricht.
Konklusion:
Unwidersprochen, Italien macht in der Krisenbewältigung grosse Fortschritte. Angesichts der weiter labilen Lage des Bankensektors kann von einer Genesung aber noch nicht gesprochen werden.