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Fundamentale Analyse - Handelskrieg

Die Fronten zwischen den USA und China sind verhärtet
Der amerikanische Präsident Donald Trump bleibt gegenwärtig der grösste Unsicherheitsfaktor an der Börse – sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks. Keine zwei Monate ist es her, als Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jingping am Rande des G20-Gipfels zumindest einen temporären Waffenstillstand im Handelskrieg vereinbarte. Der US-Präsident Trump sicherte zu, die Einführung neuer Strafzölle auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Solange die Handelsgespräche laufen, werde er die Situation beim Status quo belassen, so Trump. Keine zwei Monate später hat Trump diese Vereinbarung wieder einmal gebrochen, oder aber die Gespräche sind gescheitert. Gemäss einer Twitter-Nachricht des Präsidenten werden die USA per 01. September Zölle in Höhe von zehn Prozent auf chinesische Waren und Produkte im Wert von USD 300 Milliarden erheben. Als die USA vor gut eineinhalb Jahren die ersten Strafzölle auf US-Waren verhängten, glaubten viele Beobachter – auch wir – noch an eine schnelle Lösung des Handelskriegs. Doch das Gegenteil ist der Fall. Der Konflikt zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt droht zu einem Dauerzustand zu werden, welcher die globale Konjunktur mehr und mehr abwürgt. Immer unwahrscheinlicher erscheint, dass der Konflikt auf absehbare Zeit noch gelöst werden kann. Die Fronten sind verhärtet und das Interesse an einer Lösung ist gering.
Trump nutzt den Handelskrieg, um sich im Präsidentschaftswahlkampf profilieren zu können. Andererseits scheint auch Beijing immer weniger Interesse an einem Deal mit dem US-Präsidenten zu haben. Man hofft, dass die US-Präsidentschaftswahlen im November 2020 einen Machtwechsel bringen werde und dass damit ein wenig mehr Vernunft ins Weisse Haus einzieht. „Es ist sinnlos, anderen zu sagen, dass sie Medikamente einnehmen sollen, wenn man derjenige ist, der krank ist“, kommentierte eine Sprecherin des chinesischen Aussenministeriums die jüngsten Vorwürfe der US-Administration nach dem Ende der letzten Gesprächsrunde im Handelskrieg. Eine für chinesische Verhältnisse ungewohnt deutliche Wortwahl, um dem Gegenüber zu zeigen, was man von ihm hält. Wir haben den Eindruck, dass Beijing der Lösung des Handelskonfliktes keine Priorität mehr einräumt, sondern sich auf eine rein nationale Strategie fokussiert, um einen langanhaltenden Handelskonflikt zu überleben – und dafür Kollateralschäden in anderen Volkswirtschaften in Kauf nimmt. Erst vor wenigen Tagen teilte das Politbüro der Kommunistischen Partei mit, dass man Vorgehensweisen stärken würde, die dabei helfen, die „neuen Herausforderungen“ der Wirtschaft zu bewältigen. In den USA wächst zugleich der Widerstand gegen Trumps Wirtschaftspolitik. Die US-Handelskammer verschickte eine wütende Erklärung. Neue Strafzölle fügten „amerikanischen Unternehmen, Landwirten, Arbeitnehmern und Verbrauchern nur grössere Schmerzen zu und untergraben eine ansonsten starke US-Wirtschaft.

Konklusion:
Wir fürchten, dass der Handelskrieg zwischen den USA und China zum Dauerzustand wird. Beide Seiten haben das Interesse an einer Lösung verloren – eine Hiobsbotschaft für die Weltkonjunktur.