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Fundamentale Analyse - Europa

2018 war für Anleger im Euroraum bisher ein schwieriges Jahr. Die Furcht vor einem Handelskrieg mit den USA, die sich abkühlende Konjunktur in Europa, die Furcht vor einem chaotischen Brexit, die Wahlen in Italien oder die türkische Währungskrise haben die Märkte deutlich belastet. Doch es macht sich bei uns die Hoffnung breit, dass das Börsenjahr 2018 doch noch einen für Investoren versöhnlichen Abschluss finden könnte und die Aktienmärkte in den verbleibenden vier Handelsmonaten doch nochmals einen Sprung nach oben wagen.
1. Die Konjunktur: Wuchs die Wirtschaft in der Eurozone im zweiten Halbjahr 2017 noch um starke 0.7%, fiel das Plus im ersten Halbjahr 2018 mit 0.4% deutlich tiefer aus. Vor allem temporäre Effekte wie schlechtes Wetter, Streiks oder die lang anhaltende Grippewelle belasteten. Zugleich bietet aber die nach wie vor sehr lockere Geldpolitik der EZB nachhaltige Unterstützung und auch die Fiskalpolitik sollte zunehmend einen stützenden Effekt ausbilden. Dass sich das fundamentale Bild in der europäischen Währungsgemeinschaft bereits wieder aufhellt, macht ein Blick auf verschiedene, vorlaufende Indikatoren deutlich. Der Eurozone Composite PMI, ein vorlaufender Indikator für das Wirtschaftswachstum, verzeichnete zwischen Januar und Mai dieses Jahres einen starken Rückgang. Mittlerweile hat sich dieser nicht nur stabilisiert, sondern verzeichnete erstmals seit Monaten sogar wieder einen Anstieg. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland verzeichnete jüngst sogar den stärksten Anstieg seit fast vier Jahren. Auch der Citigroup Eurozone Surprise Index gefällt. Der Indikator misst die Überraschungen der makroökonomischen Daten im Vergleich zu den Erwartungen. Ende November lag das Barometer mit +92 Punkten auf einem Siebenjahreshoch und rauschte in den Folgemonaten bis Mai auf ein Siebenjahrestief bei -101 Zählern. Seit Mitte Juni erholt er sich zusehends und erreichte mit zuletzt +5 Punkten zum ersten Mal seit Ende Februar wieder einen positiven Wert.
2. Der Handelskonflikt: Die Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und Europa ist ausgeblieben. Im Gegenteil: Man geht wieder aufeinander zu. Statt Zollschranken aufzubauen, scheinen die politisch Verantwortlichen den drohenden Konflikt nun in eine entgegengesetzte Richtung treiben zu wollen – dem Abbau von Zollschranken und der Stärkung des bilateralen Handelsverkehrs. Die Risiken haben sich deutlich verringert. Dass US-Präsident Trump jüngst mit Mexiko ein neues Handelsabkommen schliessen konnte, schürt zudem auch die Hoffnung, dass der Konflikt mit China auf diplomatischem Wege aus der Welt geschafft werden kann.
In einem Umfeld, in dem das Wachstum wieder an Fahrt aufnimmt und die geopolitischen Risiken nicht mehr steigen, sollte wieder mehr Geld in die Aktienmärkte fliessen und dies wiederum die Kurse in Richtung des Jahreshochs antreiben.
Konklusion:
Wir blicken wieder deutlich zuversichtlicher in die nahe Zukunft an den Aktienmärkten. Viele Risiken haben zwar weiter Bestand, die grössten Unsicherheitsfaktoren haben aber an Brisanz verloren.