+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

Fundamentale Analyse - Europa

Die Mini-Crashs in der vergangenen Woche haben die Schwachstellen des Social-Tradings offengelegt. Viele Strategien liefen in den guten Börsenphasen ausgezeichnet und zogen unzählige Hobby-Trader an, die diese makellos erscheinenden Anlagestrategien kopierten oder über die entsprechenden emittierten Zertifikate investiert waren. Doch die Crash-Tage haben eines gezeigt: Hinter den so umjubelten Strategien steckten zu hohe Risiken, die im Crash ihre volle Wucht entfaltet haben. Auf der Social-Trading-Plattform „Wikifolio“ stach ein Depot namens „ProReturn“ lange Zeit positiv heraus. Zwischen August 2015 bis Ende 2017 erzielte die Handelsstrategie eine Performance von +80%, wobei der Trader auch kleinere Turbulenzen vergleichsweise elegant umschiffen konnte. Er schien die Risiken der Strategie beherrschen zu können. Der Trader setzte dabei fast komplett auf sog. Bonus-Zertifikate. Nur kleinere Verwerfungen und Mini-Crashs sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Denn die in guten Börsenzeiten erfolgreiche Strategie versagte während der panikartigen Verkaufswellen an den Märkten komplett. Die seit Auflage des Depots erwirtschafteten Gewinne lösten sich in Luft auf. Aktuell notiert das emittierte Zertifikat auf das Depot 50% unter dem Erstausgabepreis. Kein Einzelfall: Auch bei anderen Trading-Plattformen erwiesen sich die Handelsstrategien einiger „Top-Trader“ während der Crash-Situationen als nicht nachhaltig – sie fuhren massive Verluste ein. Der Handelsplattform-Betreiber „ayondo“ entkoppelte die Followers von einem der Top-Trader, nachdem dieser Verluste von 50% erlitten hatte. Man wolle die Followers vor weiteren Verlusten schützen, hiess es. Angesichts dessen ist es wenig verwunderlich, dass die Follower mit scharfer Kritik auf die Verluste reagierten und entsprechende Kommentare hinterliessen. Dabei wäre ein bisschen Selbstreflexion durchaus angebracht. Denn letztlich widerspiegelt sich eine Vorgehensweise, die zahlreiche Investoren bereits in der Finanzkrise vor gut zehn Jahren kalt erwischte. Sie investierten in Produkte, deren Risiken und schlimmer noch, deren Funktionsweise sie nicht richtig einschätzen konnten. Wer auf eine schnelle Geldvermehrung mit überdurchschnittlichen Renditen setzt, der geht immense Risiken ein, die je nach Marktlage ihre volle Zerstörungskraft entfalten können. Es war, ist und bleibt die goldene Regel: Investieren Sie nur in Produkte aber auch in Aktien, die sie verstehen bzw. deren Risiko Sie einschätzen können. Lassen Sie sich nicht von traumhaften Renditeversprechungen verführen – so etwas birgt fast immer hohe und versteckte Risiken.
Konklusion:
Einige Top-Trader der Social-Trading-Plattformen haben während der Crashs in den letzten Tagen massive Verluste eingefahren. Ihre Handelsstrategien versagten während der Verwerfungen komplett.