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Fundamentale Analyse - Europa

Doch der französische Staatspräsident Emanuel Macron hat sich einen Schachzug einfallen lassen, um sich der zumindest finanziell übermächtigen Grossmacht etwas entgegenzustellen. Er lud die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionpräsidenten Jean-Claude Junker zu den Gesprächen ein. Erstmals hat ein französischer Staatspräsident einen bilateralen Staatsbesuch geöffnet. Das „alte Europa“ will nicht länger zuschauen, wie China seine Fangarme immer weiter ausstreut, kleinere Länder wirtschaftlich an sich bindet, HighTech-Unternehmen kauft und die EU-Zentrale in Brüssel aussen vor bleibt. Die Botschaft, welche Merkel, Macron und Junker für Xi hatten, dürfte wie folgt lauten: Künftig laufen die Beziehungen Chinas zu Europa über die EU – ohne „Wenn und Aber“. Weder Berlin noch Paris und schon gar nicht Brüssel werden es tolerieren, dass China die EU-Institutionen nicht achte und lieber mal mit der einen, mal mit der anderen Regierung, vor allem in Mitteleuropa mit Griechenland und Portugal, verhandelte. Auch machten die europäischen Staatsoberhäupter deutlich, dass China keinen Keil zwischen Europa und den USA treiben werde. Zudem treibt Europa seine Bemühungen voran, Chinas Machthunger in Europa Einhalt zu gebieten. Denn während sich China in den vergangenen gut zehn Jahren ein beachtliches Portfolio an europäischen HighTech-Konzernen zusammenkaufte, ist der chinesische Markt für europäische Firmen weiter sehr beschränkt. Auch dies will sich die EU nicht mehr gefallen lasssen. „Es muss Reziprozität geben“, sagte Merkel. Im Klartext: Der europäische Markt wird nur noch so offen sein, wie es der chinesische ist. Auch die Regierungssubventionen für die chinesischen Unternehmen, um auf Einkaufstour in Europa zu gehen, werden seitens der EU mittlerweile offen angeprangert. Am eindrücklichsten brachte es wohl Jean-Claude Juncker auf den Punkt: „Ab heute spielen wir nicht mehr nach deinen Regeln“, sagte er zu Xi.

Konklusion:
Die Front gegen das machthungrige China wird grösser. Man mag die USA für ihre harte Gangart gegenüber Bejing kritisieren. Doch falsch lag der US-Präsident mit seiner Kritik an China nie.