Die Erholung bei den Digitalwährungen, wie Bitcoin oder Ethereum, war nur von kurzer Dauer. Auslöser der erneuten Talfahrt war das rigide Vorgehen der japanischen Finanzaufsicht (FSA), die die regulatorischen Zügel in Folge eines millionenschweren, virtuellen Währungsraubs Anfang des Jahres deutlich angezogen hat, und jüngst zwei Bitcoinbörsen (Bitstation, FSHO) für einen Monat aus dem Verkehr gezogen und fünf weiteren digitalen Währungsbörsenbetreibern scharfe Auflagen gemacht hat, damit diese ihre internen Kontrollen und Handelssysteme verbessern, um unter anderem Einlagen besser zu schützen und Geldwäsche sowie Terrorfinanzierung zu verhindern. Damit hat die FSA erstmals flächendeckend dem virtuellen Wildwuchs von Währungsbörsen den Kampf angesagt. Lange hatte die japanische Finanzaufsicht auf die Selbstregulierung der Branche vertraut. Als Anfang des Jahres bei der virtuellen Währungsbörse Coincheck Konten der Währung „Nem“ um umgerechnet EUR 430 Millionen erleichtert wurden, war mit der Laisser-faire-Politik der Aufsicht jedoch Schluss. Seitdem nehmen die Vertreter der FSA die Handelsplätze genau unter die Lupe – Vorortinspektionen bei den Betreibergesellschaften sind mittlerweile der Standard. Auch in den USA müssen sich die Betreiber der Digitalwährungs-Handelsplätze auf eine härtere Gangart einstellen. Die Börsenaufsicht SEC teilte mit, dass diese den Kunden ein falsches Gefühl der Sicherheit vermittelten. Die SEC erwägt, dass Kryptobörsen künftig unter bestimmten Umständen eine Registrierung oder eine Sondergenehmigung bei der SEC beantragen müssen, um den Schutz der Investoren zu erhöhen und um Betrug sowie Manipulationen zu vermeiden. Dabei dürfte die Börsenaufsicht vor allem auf die digitalen Börsengänge, die „Initial Coin Offerings“ (ICOs), abzielen. Auch in China droht die Gangart der Finanzbehörden gegenüber den Kryptobörsen härter zu werden. Notenbankchef Zhou Xiaochuan warnte vor den Gefahren durch Spekulationen mit Kryptowährungen. Richtungsweisend für die Zukunft der digitalen Währungen könnte das in wenigen Tagen (19./20. März) anstehende G20-Finanzministertreffen im argentinischen Buenos Aires werden. Die Finanzminister Deutschlands und Frankreichs haben bereits im Januar eine Initiative gestartet, die eine stärkere Regulierung im Bereich der digitalen Währungen vorsieht. Auf dem anstehenden G20-Treffen soll eine Diskussion angestossen werden, die im Rahmen von ICOs ausgegebene Token definiert und die Folgen der virtuellen Börsengänge für die Finanzmarktstabilität untersucht. Darüber hinaus wird ein besserer Schutz privater Investoren angestrebt und der Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung mittels virtueller Währungen soll verstärkt werden. Sollten sich die G20-Länder auf ein globales und konzentriertes Vorgehen gegen die Eintrittspunkte der Krypto-Netzwerke einigen, dann dürfte dies, die Branche schwer belasten und die Währungskurse stark beeinträchtigen.
Konklusion:
Das anstehende G20-Treffen könnte für die Zukunft der Kryptowährungen wegweisend sein. Einigen sich die Länder auf ein gemeinsames Vorgehen, droht der Branche eine harte Regulierungswelle.