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Fundamentale Analyse - Automobilindustrie

Stärkster Absatzeinbruch seit zwei Jahrzehnten erwartet
Das Center Automotive Research (CAR) kommt in einer Branchenstudie zu einem extrem ernüchternden Ausblick für die Autoindustrie im laufenden Jahr. 2019 dürfte der globale Auto-Absatz um vier Millionen Einheiten von 83.7 Millionen auf nur noch 79.5 Millionen Neuwagen einbrechen. Dies wäre der stärkste Absatzeinbruch seit mehr als zwei Jahrzehnten. Selbst als in Folge der Finanzkrise die Wirtschaft weltweit kollabierte, verzeichnete die Autoindustrie mit einem Rückgang von 3.6% noch bessere Zahlen. Aktuell wird mit einem Minus von mehr als 5% gerechnet. Krisenherd Nummer eins für die Branche ist China. Dort bricht das Geschäft nach mehr als zwei Jahrzehnten regelrecht in sich zusammen. Bis Ende April verzeichnete der Markt einen Rückgang der Neuwagen-Verkäufe um gut 15%. Zwar versucht Beijing die Nachfrage via neuen Kaufanreizen erneut anzukurbeln. Die meisten Marktbeobachter gehen dennoch davon aus, dass der chinesische Automarkt im laufenden Jahr im zweistelligen Prozentbereich schrumpfen dürfte. Und sollte der Handelskrieg zwischen den USA und China nicht gelöst und weitere Eskalationsstufen gezündet werden, dürfte der Markt in Fernost noch viel stärker in Mitleidenschaft gezogen werden. Denn eines sollte bei den Absatzzahlen nicht vergessen werden. Bereits jetzt ist der chinesische Automarkt von massiven Überkapazitäten geprägt; das CAR schätzt diese auf gut 6 Millionen Fahrzeuge. Aber nicht nur in China sinken die Absatzzahlen, sondern in fast allen Regionen des Erdballs. In Argentinien gingen die Neuwagenverkäufe beispielsweise in den ersten vier Monaten 2019 um fast 60% zurück, in der Türkei brachen sie um 47% ein. Das CAR selbst sieht im schlechtesten Fall eine „Weltautokrise“ aufziehen. Denn neben einem möglichen Absatzeinbruch kommen auf die Branche noch weitere Belastungen zu, wie milliardenschwere Investitionen in die Zukunftstechnologien autonomes Fahren, digitale Vernetzung und clevere Mobilitätslösungen. Eine Margenerosion wäre in diesem Fall kaum abzuwenden. Nach einem goldenen Jahrzehnt droht der Branche nun der Kater nach der Party. Die Gewinnsituation hat sich selbst im Premiumsegment deutlich verdunkelt, wie die Jahreszahlen von Daimler und BMW zeigten. Auch das Ford tausende Stellen streichen muss und Fiat Chrysler händeringend einen Partner sucht, kommt nicht von ungefähr. Die Branche hat in den Krisenmodus umgeschaltet. Anleger sollten sich angesichts dessen folgende Fragen stellen: Wer aus der Branche hat die Möglichkeiten, den Wandel des Geschäftsumfelds bestmöglich zu meistern? Wie sind überzeugt, dass einerseits Unternehmen wie Tesla – allen Unkenrufen zum Trotz – aufgrund ihres technologischen Vorsprungs gute Chancen haben, das schwierige Umfeld für sich zu nutzen. Aber auch Premiumanbieter wie Daimler sind gut aufgestellt – vor allem, weil der Konzern seine Anleger bereits auf magere Zeiten eingestellt hat und Milliarden in den technologischen Umbau stecken will.

Konklusion:
Technologische Branchenführer wie Tesla oder Premiumanbieter wie Daimler haben die Möglichkeit, als Gewinner der aufziehenden Branchenkrise hervorzugehen.