+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

Fundamentale Analyse - Anlagestrategie

Unsere aggressivere Anlagestrategie, die wir noch vor Ende des diesjährigen Sommers initiiert hatten, ist nur teilweise aufgegangen. Angesichts der jüngsten Entwicklung sehen wir uns nun gezwungen, wieder eine defensivere Position am Markt einzunehmen.
1. China: Grosse Sorge bereitet uns die abnehmende Konjunkturdynamik in China. Die Wirtschaft des Landes wuchs im dritten Quartal mit 6.5% so langsam wie seit dem Jahr 2009 nicht mehr. Und es dürfte weiter abwärts gehen. Denn die negativen Effekte des Handelsstreits zwischen den USA und China dürften in den kommenden Monaten noch deutlich zunehmen. Zwar gilt es als sicher, dass Beijing mit neuen Konjunkturprogrammen Gegensteuer geben wird. Doch dies heisst, dass China noch mehr Schulden aufnehmen muss. Dadurch nimmt das kredittechnische „Schneeballsystem“ der chinesischen Regierung bedenkliche Ausmasse an. Gemäss Berechnungen des Ökonomen Victor Shih belief sich die Gesamtverschuldung Chinas bereits im Mai 2017 auf umgerechnet EUR 32‘000 Milliarden oder 328% des BIP. Zum Vergleich: 2008 lag diese Quote bei lediglich 145%. Die Frage, ob diese Schuldenlast, die angesichts neuer Konjunkturprogramme nochmals deutlich ausgebaut werden dürfte, tragbar ist, dürfte an den Märkten zu hitzigen Debatten führen. Darüber hinaus ist zu befürchten, dass Beijing den Kampf gegen das überbordende Schattenbankensystem wieder vernachlässigen wird, um die Wirtschaft nicht noch weiter zu belasten. Ferner dürfte die Konjunkturabkühlung in China auch Rest-asien mit in die Tiefe reissen – denn was die USA einst für Europa waren, ist China heute für Restasien. Hustet China, bekommen die anderen Länder die Grippe.
2. Europa: Die Wachstumsverlangsamung in Asien hat zuletzt zu einem sprunghaften Anstieg an Gewinnwarnungen europäischer Unternehmen geführt. Dass der Konjunkturboom in Europa zu Ende ist, ist zwar keine neue Erkenntnis. Aber das Tempo, mit dem die Wirtschaft an Fahrt verliert, ist aber deutlich höher als erwartet. Dies könnte letztlich zu einem negativen Kaskadeneffekt führen: Konzerne schrauben infolge der Abkühlung ihre Investitionen zurück, was die Konjunktur in Asien zusätzlich belasten könnte, was wiederum die Wachstumsverlangsamung in Europa beschleunigt.
3. Italien: Das wahre Drama in der Eurozone spielt sich unseres Erachtens nicht in Grossbritannien (Brexit), sondern in Italien ab. Denn die Lega/5-Sterne haben mit ihrem Haushaltsplan die Büchse der Pandora geöffnet. Die EU-Minister müssen die italienischen Pläne ablehnen, um nicht noch mehr an politischer Glaubwürdigkeit zu verlieren. Dies dürften Lega/5-Sterne nutzen, um die Anti-Euro-Stimmung in Italien weiter anzuheizen – mit dem Ziel, ein Referendum zum Italo-Exit abzuhalten. Sollte die Eurozone den Haushaltsplänen Italiens hingegen zustimmen, dann steht das Land über kurz oder lang vor der Pleite.
Konklusion:
Die globalen Risiken haben zuletzt deutlich zugenommen und schlagen erneut auf die Stimmung. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession ist gestiegen. Wir raten derzeit von Neu-Investments ab.