
Statistik spricht für eine starke Performance bis Ende Jahr
Die Lage scheint deutlich besser zu sein als die Stimmung. Die Konjunktur, darauf deuten die jüngsten Daten vielerorts hin, stabilisiert sich. Eine technische Rezession kann in vielen Ländern zwar nicht ausgeschlossen werden, aber einen länger anhaltenden Konjunk-tureinbruch erwarten wir nicht. Auch die jüngsten Quartalszahlen aus dem Industriesektor signalisieren, dass die Unternehmen mit dem widrigen Umfeld gut zurechtkommen. In der Schweiz überzeugten LafargeHolcim, Ems Chemie, Sika und VAT zuletzt mit soliden bis guten Zahlenkränzen, wobei vor allem VAT bereits erste Anzeichen einer geschäftlichen Belebung erkennen lässt. Damit befinden sich Schweizer Aktien in guter Gesellschaft. Denn auch ausserhalb der Landesgrenzen konnten Unternehmen aus dem Industriesegment überzeugen: Der Autobauer Daimler hat beispielsweise den Sprung zurück in die Gewinnzone geschafft und konnte in den meisten Sparten wieder zulegen. Auch bei BASF, die Mitte des Jahres mit einer Gewinnwarnung schockte, stabilisiert sich die Lage. Und MTU Aero Engines spricht gar von einem neuerlichen Rekordjahr. In den USA haben 81% der mittlerweile 170 Unternehmen aus dem S&P500, die bereits ihre Zahlen vorgelegt haben, die Erwartungen der Wall Street geschlagen. Neben den Zahlenkränzen bleibt die Rolle der amerikanischen Notenbank für die Aktienmärkte entscheidend. Das Fed dürfte den Leitzins am Mittwoch, 30.10., nochmals um 25 Basispunkte absenken. Angesichts der nach wie vor bestehenden Spannungen liesse sich ein solcher Schritt ohne Probleme rechtfertigen. Allerdings dürfte sich Fed-Chef Jerome Powell mit Blick auf ein mögliches Handelsabkommen zwischen den USA und China darüber hinaus alle Optionen offen halten. Insgesamt scheinen die Rahmenbedingungen für eine ordentliche Jahresendrallye zu stimmen. Zumal beim Blick auf den S&P500 auch die Historie für den Markt spricht. Denn wie Daten seit 1950 zeigen, stieg der Aktienindex zwischen dem 26. Oktober und 3. Januar des Folgejahres im Mittel um ordentliche 4.27%. Dies zeigen Berechnungen des Fintech-Unternehmens Seasonax. Zum Vergleich: In der übrigen Zeit des Jahres stieg der S&P500 annualisiert im Mittel bloss 3.58%. Darüber hinaus macht auch die historische Wahrscheinlichkeit einer solchen Performance in den Schlussmonaten Hoffnung. Denn in 82.61% der Fälle kam es zu einer solchen Performance zwischen Ende Oktober und Anfang Januar. Das bedeutet, dass diese Herbstrallye seit 1950 bei US-Aktien in fast fünf von sechs Jahren funktioniert. Die saisonale positive Phase zwischen dem 26. Oktober und dem 3. Januar verlief für den S&P500 in exakt 57 von 69 Fällen positiv. Es gibt zwar keine Regel an der Börse, die immer funktioniert. Aber die hohe historische Wahrscheinlichkeit einer starken Herbstrallye spricht auch in diesem Jahr für einen mehr als ordentlichen Schlussspurt.
Konklusion:
Wir rechnen in den USA und Europa mit einer starken Aktienkursentwicklung bis Ende des Jahres. In der Schweiz erscheint uns das Aufwärtspotenzial hingegen eher beschränkt!