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Ford

„Ich werde der grösste Job-Beschaffer sein, den Gott je geschaffen hat.“ Dieser Satz war eines der zentralen Wahlversprechen von US-Donald Trump. Zwar zeigt sich der amerikanische Arbeitsmarkt weiter in einer sehr guten Verfassung. Doch die Fassade bekommt deutliche Risse. Denn ausgerechnet die wichtige US-Autoindustrie, die beim Amtsantritt von Trump noch zum grossen Schulterschluss mit der Trump-Administration im Weissen Haus angetreten war, droht nun mit Massenentlassungen. Der zweitgrösste US-Autohersteller Ford will seine Stammbelegschaft in Nordamerika und in Asien um rund 10% oder 1‘400 Stellen verkleinern. Die Kosten müssen angesichts der mittlerweile deutlichen Wachstumsdelle auf dem amerikanischen Automarkt nach unten. Das Programm ist Teil eines grösser angelegten Sparplans, mit welchem die Kosten um USD 3 Milliarden gesenkt werden sollen. Ford hat weltweit etwa 200`000 Mitarbeiter, rund die Hälfte davon in den USA. Zunächst sollen vor allem Jobs in der Verwaltung und im Vertrieb gestrichen werden. Die Beschäftigung der Fabrikarbeiter hänge von der Produktionslage ab, teilte Ford mit. Und dort sieht es nicht gerade rosig aus. Noch radikaler äusserte sich General Motors. Bereits im April räumte Finanzchef Chuck Stevens in einer Analystenrunde ein, dass sich die amerikanische Autobranche in einem Abschwung befinde und machte unmissverständlich deutlich, dass GM dadurch gezwungen sein könnte, die Kosten zu senken und Arbeitsplätze abzubauen. Der Autobauer sei inzwischen sehr flexibel und könne theoretisch etwa 30% seiner Mitarbeiter kurzfristig kündigen. Die Signale, die der Automarkt in den USA derzeit aussendet, sind alles andere als beruhigend. Zuletzt verzeichnete die Branche vergleichsweise deutliche Verkaufseinbussen – obwohl die Käufer bereits mit kräftigen Rabatten gelockt werden. Der Boom der letzten Jahre – darin sind sich fast alle Marktteilnehmer einig – ist vorbei. Gemäss Angaben des Analysehauses Autodata gingen die Absatzzahlen der Branche im April im Jahresvergleich um 4.7% auf 1.43 Millionen verkaufte Neuwagen zurück. Dies war laut Angaben des Analysehauses der vierte aufeinanderfolgende Monat mit einem Minus für die Branche. Wir warnen bereits seit Monaten vor dieser Entwicklung und haben entsprechend unser Branchenrating schon vor gut einem Dreivierteljahr auf „untergewichten“ gesenkt. Aus unserer Sicht wird sich die Abwärtsfahrt auf dem amerikanischen – aber auch auf dem chinesischen – Automarkt in den kommenden Monaten noch beschleunigen. Wir sehen derzeit keine Gründe, welche den Aktienkursen der grossen Autobauer neuen Rückenwind geben könnten. Der jüngst angekündigte Austausch der Konzernspitze dürfte den Aktienkurs nur kurzfristig stützen.
Konklusion:
Wir halten an unserer „Untergewichtung“ des internationalen Autosektors fest. Anleger, die dennoch in die Branche investieren möchten, sollten deutsche Premiumautobauer wie BMW vorziehen.