
Der amerikanische Sportartikelmarkt ist heiss umkämpft. Doch der Machtkampf findet nicht nur zwischen den drei grossen Anbietern Nike, Adidas und Under Armour statt, sondern fordert auch von den Sport-Handelsketten Opfer. Food Locker ist einer der vielleicht prominentesten Fälle, die vom Dreikampf und des immer stärker werdenden Wettbewerbsdrucks durch den Online-Handel, allen voran durch Amazon, in Bedrängnis geraten sind. Die Sportartikelhersteller bauen derzeit ihre eigenen Online-Verkaufsplattformen mit Hochdruck aus und graben damit Händlern wie Foot Locker den Rang ab. Nach Jahren des prozentual zweistelligen Wachstums musste Foot Locker für das zweite Quartal erstmals seit Jahren einen Umsatzrückgang von 4.4% auf USD 1.7 Milliarden vermelden. Auf vergleichbarer Ladenfläche wäre das Minus mit gut 6% sogar noch grösser ausgefallen. Der Ausblick: Der Negativtrend dürfte sich in den kommenden Quartalen fortsetzen. Zugleich brach der Gewinn von USD 127 Millionen im Vorjahr auf aktuell USD 51 Millionen dramatisch ein und die Tendenz zeigt auch in diesem Punkt weiter nach unten. An der Börse wurde diese negative Entwicklung in den zurückliegenden vier Monaten bereits kräftig eingepreist – auch weil zahlreiche Wettbewerber mit ähnlichen Problemen kämpfen wie Foot Locker. In den zurückliegenden vier Monaten brach der Aktienkurs von USD 74 auf zeitweise USD 31 ein – einen ähnlichen gravierenden Rückschlag musste das Papier letztmals während der Finanzkrise 2008/09 verkraften. Immerhin: In den letzten beiden Wochen konnte sich das Papier im Bereich um USD 35 stabilisieren. Operativ will Foot Locker nun mit voller Kraft auf die Kostenbremse treten, um den erwarteten weiteren Umsatzrückgang abzufedern. Nur dadurch wird noch kein Wachstum generiert. In diesem Punkt sieht es u.E. düster aus. CEO Dick Johnson fordert vor allem von den Sportartikelherstellern, dass diese neue innovative Produkte schneller auf den Markt bringen. Nur ob dies einen Umschwung bringt, darf zumindest bezweifelt werden. Damit kann sich Foot Locker jedoch nicht abheben, denn die innovativen Produkte dürften zuerst bei Amazon und den Verkaufsplattformen der Hersteller lanciert werden und dann erst bei Foot Locker. Immerhin hat Foot Locker den Online-Trend im Gegensatz zu manch einem Wettbewerber nicht komplett verschlafen. Der Umsatzanteil des Onlinehandels beträgt bereits 15% – Tendenz weiter steigend. Wir erwarten, dass Foot Locker vor allem in der physischen Vor-Ort-Präsenz den Rückwärtsgang einlegt und Standorte massiv abbaut. Die bereits ordentliche Position im Online-Handel bietet zumindest die Basis für eine wieder erfolgreichere Zukunft.
Konklusion:
Auch wenn die Foot-Locker-Aktie auf einem optisch und bewertungsmässig tiefen Niveau liegt, raten wir von Investments derzeit ab. Die gesamte Branche steht vor einer sehr ungewissen Zukunft.