
Eigentlich macht die Flughafenbetreiberin derzeit vieles richtig. Das spiegelt sich auch in dem weiter starken Retailgeschäft und dem anhaltend überdurchschnittlichen Passagierwachstum wider. Auch die jüngst vorgelegten Zahlen für August waren ansprechend – wenn auch die Dynamik beim Passagierwachstum etwas geringer ausfiel. An der Börse haben bei der Aktie jedoch seit etwas mehr als einem Monat die Bären das Sagen. Notierte das Papier Ende August noch über CHF 245, ist der Titel mittlerweile auf unter CHF 220 abgesackt. Einen solch markanten Kursrückgang binnen weniger Wochen hat die Aktie lange Zeit nicht erlebt.
Wir führen diese markante Korrektur auf mehrere kurzfristige Faktoren zurück:
1. Dufry hat im zweiten Halbjahr die Modernisierung der Duty-Free-Shops am Flughafen eingeleitet, was sich negativ auf die Frequentierung der Läden auswirkt. Bereits im August machte sich dieser Effekt bei der Flughafenbetreiberin bemerkbar. Zwar wuchs das Retailgeschäft noch immer um starke 4.4%. Doch damit liegt der Flughafen deutlich hinter dem bisher erzielten Wachstum zurück. Seit Jahresanfang wuchs das Retailgeschäft um 5.7%
2. Der Umbau der Swiss-Flotte (die Jumbolino-Flotte wird seit August auf Bombardier umgebaut) führt zu einer temporären Reduktion der Swiss-Flüge (August: -5%; gesamte Flugbewegungen: -1.4%). Damit steuert die wichtigste Airline des Flughafens weniger zum Passagierwachstum bei. Im August stieg die Anzahl der Swiss-Passagiere nur noch um 0.5%. Zugleich wuchs das Transferpassagieraufkommen im August erstmals in diesem Jahr nicht im zweistelligen Prozentbereich. Lag der Zuwachs bei den Transferpassagieren seit dem Jahreswechsel 2016/17 bei 12.3%, enttäuschte der August mit einem vergleichsweise kleinen Plus von 4.4%. Der Umbau der Swiss-Flotte wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen und die Entwicklung etwas dämpfen. Langfristig dürfte der Umbau jedoch positiv wirken. Die Swiss kann auf den Europastrecken künftig mehr Passagiere befördern.
3. Als die Korrektur Ende August einsetzte, war die Aktie deutlich höher bewertet als jene des Flughafen Wiens oder als das Fraport-Papier. Mit einem KGV 28 wies Flughafen Zürich ein deutliches Premium gegenüber Wien (20) und Frankfurt (24) auf. Dies wurde in den letzten Wochen nun korrigiert, wobei uns ein Bewertungsaufschlag aufgrund der guten, langfristigen Wachstumsaussichten (v.a. durch das Immobilienprojekt „The Circle“) gerechtfertigt erscheint.
Unter dem Strich halten wir die gegenwärtige Korrektur für ein temporäres Phänomen. Entsprechend sollten investierte Anleger das Papier halten. Wir gehen davon aus, dass die Aktie in den kommenden Wochen nochmals in alte Höhen steigt.
Konklusion:
Wir sehen mit Blick auf die Aktie des Flughafen Zürichs keinen Handlungsbedarf. Investierte Anleger sollten die laufende Korrektur aussitzen. Wir gehen mittelfristig von wieder steigenden Notierungen aus.